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Der schwarzweisse Indianer

Die Frage von Herkunft und Hautfarbe treibt Amerika seit seinen Anfängen um. Das zeigt sich beispielhaft in der eigentümlichen Geschichte des Sylvester Long. Sie ist ein Lehrstück über absurde Rassenkonstruktionen.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wird Häuptling Long Lance von einem New Yorker Künstler porträtiert (1928). Foto: Times Wide World/Laif
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wird Häuptling Long Lance von einem New Yorker Künstler porträtiert (1928). Foto: Times Wide World/Laif

In der Nacht auf den 20. März 1932 wurde in der Bibliothek der Anoakia-Ranch im kalifornischen Arcadia ein Mann tot aufgefunden. Er hatte eine Schusswunde am Kopf und hielt eine Pistole in der Hand. Ob es wirklich Selbstmord war, wurde nie untersucht. Bei dem Toten handelte es sich um den 41-jährigen Sylvester Long, bekannt als Chief Buffalo Child Long Lance. Aufgewachsen als angeblicher Schwarzer im Süden der USA, wurde er im Tod wieder wie ein Schwarzer behandelt. Dazwischen lag eine beispiellose Karriere in der Welt der Weissen als Journalist, Bestsellerautor, Schauspieler und Indianerhäuptling. Voraussetzung dieser Karriere war Sylvester Longs lebenslanges Streben, seine Herkunft zu vertuschen.

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