Fuhrer verzichtet – kommt jetzt Rickli?

Wer zieht 2015 für den Kanton Zürich in den Ständerat? Kronfavoritin Rita Fuhrer auf jeden Fall nicht, wie jetzt klar wurde. Dafür stehen andere in den Startlöchern.

Ihr winkt der Weg nach oben, ins Stöckli: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli.

Ihr winkt der Weg nach oben, ins Stöckli: SVP-Nationalrätin Natalie Rickli.

(Bild: Keystone)

Ruedi Baumann@Ruedi_Baumann

Die als Kronfavoritin gehandelte Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer will doch nicht als Kandidatin für die Ständeratswahlen antreten. Einzige andere Kandidatin mit Chancen wäre Natalie Rickli.

Auf Anfrage sagt Rita Fuhrer. «Die Aufgabe hätte mich gereizt, ich habe mich aber zugunsten meiner Lebensqualität entschieden.» Sie hätte sich in den letzten vier Jahren an ein Leben ohne politisches Amt gewöhnt und Befriedigung in einem Leben mit ihren Enkeln, mit Sport und mit Verwaltungsratsmandaten und Ehrenämtern gefunden. So ist Fuhrer unter anderem im Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz, Jucker Farm, sie ist Präsidentin des Luftwaffe-Museums Dübendorf, der Uniklinik Balgrist und der Handweberei Bauma.

Kampf der Primadonnen findet nicht statt

Im Kanton Zürich haben sich schon viele auf einen Ständeratswahlkampf Rita Fuhrer (SVP) gegen Verena Diener (GLP) eingestellt. Damit hätten sich zwei ehemalige Regierungsrätinnen um die beiden Sitze im Ständerat beworben. Nun jedoch hat überraschend Rita Fuhrer das Handtuch geworfen, wie die SVP mitteilt. «Die SVP reagiert mit grossem Respekt und Verständnis auf die Nicht-Kandidatur von Rita Fuhrer. Sie wünscht ihrer sehr beliebten früheren Regierungsrätin alles Gute», schreibt Parteipräsident Alfred Heer.

Nach dem Rückzug von FDP-Ständerat Felix Gutzwiller von letzter Woche ist das Rennen um die Zürcher Ständeratssitze sehr offen. Verena Diener hat zwar noch nicht bestätigt, dass sie im nächsten Herbst wieder antritt. Auf Anfrage sagte sie aber kürzlich, dass sie sich zurzeit in der Kommission für die Reform des Initiativrechts in der Verfassung engagiere. «Das ist eine grosse Arbeit, die mehrere Jahre dauern kann.» Damit tönt sie an, dass ihre Arbeit über die Legislatur hinausreichen könnte.

Jositsch, Noser, Girod

Bei der SP hat Nationalrat Daniel Jositsch nach seinem Verzicht auf die Regierungsratswahlen klar seine Ambitionen auf den Ständerat kommuniziert. Bei der FDP steht Nationalrat Ruedi Noser in vorderster Position, um den FDP-Sitz von Felix Gutzwiller zu verteidigen. Noser hat sich beruflich bereits etwas entlastet. Bei den Grünen steht Bastien Girod für eine Kandidatur im Vordergrund.

Die SVP muss sich nach der Absage von Fuhrer nun umorientieren. Parteichef Alfred Heer hatte eben noch gesagt, Rita Fuhrer wäre seine ideale Kandidatin gewesen. Um gegen Noser, Jositsch, Diener und Girod eine Chance zu haben, muss auch die SVP mit einem Topkandidaten antreten. Einzige Kandidatin, der man dies zutrauen würde, wäre die Winterthurer Nationalrätin Natalie Rickli.

Wie fit ist Rickli nach dem Burn-out?

Gegen Rickli spricht allerdings das Burn-out, das sie vor gut zwei Jahren zu einer längeren Pause gezwungen hatte. Im Ständerat ist die Belastung noch grösser als im Nationalrat. Zudem wird der Wahlkampf intensiv. Rickli wäre im Altherrengremium des Stöcklis überdies noch sehr jung – sie hat heute Geburtstag und ist 38 Jahre alt geworden. Sie hat sich zu ihren Ambitionen bisher noch nicht geäussert. Auf Twitter hat sie immerhin geschrieben: «Ich bin sicher, ab heute schreiben meinen Namen alle korrekt.»

Vogt, Trachsel, Matter, Rutz, Egloff, Heer

Andere mögliche SVP-Kandidaten sind Rechtsprofessor und Kantonsrat Hans-Ueli Vogt, der sich eben erst als Vater der SVP-Initiative profiliert hat, die Schweizer Recht vor fremdes Recht setzen will. Vogt ist einer breiteren Öffentlichkeit allerdings völlig unbekannt und könnte bloss die Rolle als Aufbaukandidat spielen. In die gleiche Kategorie würde Jürg Trachsel gehören, der SVP-Fraktionschef im Zürcher Kantonsrat.

Aus der Nationalratsdelegation in Frage kommen: Vizeparteipräsident Gregor Rutz, der Schweizer Hauseigentümerverbandspräsident Hans Egloff, der eben erst in den Nationalrat nachgerutschte Banker Thomas Matter sowie Parteipräsident Alfred Heer.

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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