Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

«Gopfridstutz, was ist denn da los?»

Cupfinal 1978 im Berner Wankdorf: Claudio Sulser (rechts) im Duell mit einem Servettien. Foto: Walter L. Keller (RDB/Dukas)

Wären Sie heute gern Fussballer?

Weil man ein paar Franken mehr verdient als zu Ihrer Zeit?

Sie waren Fussballer und Jusstudent.

Und die Antwort?

Die Fussballer von heute . . .

In Toljatti lebt die Mannschaft völlig abgeschottet, wie das im Fussball Usus geworden ist. Hätten Sie das gern gehabt?

Grau in Grau: Das Torpedo-Stadion von Toljatti wird während der WM das zweite Zuhause für das Schweizer Nationalteam.
Erfrischendes Blau: Im Innern der Arena wurde die Tribüne erneuert und ein neuer Rasen verlegt.
Ein neuer Zebrastreifen: Um den Zugang zum Stadion zu erleichtern, wurde kurzerhand ein Fussgängerweg aufgemalt.
1 / 11

Welchen Skandal haben wir hier denn verpasst?

Was war früher besser?

Als Sie mit 21 von Vevey zu GC ­wechselten, sassen Sie dem grossen Präsidenten Karl Oberholzer ganz allein gegenüber.

Aber noch einmal: Wie war das mit Oberholzer?

1976?

Spieler wie Shaqiri oder Xhaka machten das, was Sie nicht machten. Sie brachen die Lehre ab, kaum hatten sie den ersten Profivertrag.

Wie viel verdienten Sie mit Ihrem ersten Vertrag bei GC?

Das ist aber gut.

Claudio Sulser, 1978 bei GC. Foto: Keystone

Johannsen war Ihr Trainer. Wäre einer mit seiner Feldherrenart noch denkbar?

Später arbeiteten Sie unter dem legendären Hennes Weisweiler. Der hatte offenbar etwas gegen Ihr Studium.

Wenn eine Koryphäe wie Weisweiler Ihnen sagt, ohne Studium könnten Sie einer der Besten Europas sein, bringt einen das nicht zum Denken, etwas zu ändern?

Bereuen Sie nicht, einmal bei einem Grossclub in Europa gespielt zu haben?

Also haben Sie nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben?

Als Stürmer konnten Sie drei ­Verteidiger auf einem Bierdeckel ausdribbeln.

Wir sehen einfach keinen Schweizer, der das kann.

Claudio Sulser wurde mit GC viermal Schweizer Meister. Foto: Keystone

Wo sind die Stürmer, wie Sie einer waren, geblieben?

Trotzdem, wieso gibt es keinen mehr wie Sie?

Wie sehr erinnern Sie sich an die Tore, die Sie erzielten?

Ihre berühmtesten Tore erzielten Sie 1978 gegen Real Madrid im ­Meistercup . . .

Die Spiele gegen Real Madrid, bester Stürmer mit elf Toren in jener Meistercup-Saison – heute wäre einer wie Sie nicht mehr lange bei GC.

Ich bin mehr ein Messi-Fan. Bei Ronaldo bin ich immer hin- und hergerissen, wie er nach einem Tor reagiert.

Heute müssen die Nationalspieler knapp noch ihren Kulturbeutel selbst tragen. Wie war das auf einer Reise zu Ihrer Zeit?

Und was können Sie vom Zusammenleben berichten? Wie schafften es die Spieler, einander nicht auf den Wecker zu gehen? Sie konnten sich sozusagen ja noch nicht ins Handy flüchten.

Ein Fussballer, der ein Buch liest, gilt als Exot.

Warum das?

Was ist das? Wehmut?

Kommt dann auch ein Bild vom Spiel gegen Real?

Schweben Sie manchmal auch beim Nationalteam? Oder ist das alles ganz anders?

Was sehen Sie, wenn Sie Neymar zuschauen?

Neymar während dem Spiel gegen die Schweiz. Foto: Keystone

Ist Neymar 222 Millionen Euro Ablöse wert und 30 Millionen Euro netto Jahressalär?

Knapp 70 Kilo.

Ist das gesund?

Neymar als Liebhaberobjekt?

Fünf Jahre.

Wer sind die drei besten Fussballer für Sie?

. . . aber kaum, wenn er einen Elf­meter verschiesst wie gegen Island.

Und Ronaldo?

Sie sind fast gleichauf, Ronaldo 570, Messi 560.

Jetzt fehlt noch der dritte Spieler, für den Sie den Fernseher ­einschalten.

Und diese Schweizer National­mannschaft gefällt Ihnen?