Zum Hauptinhalt springen

Drohende EinbussenGastro Suisse fordert 400 Millionen Franken – pro Monat

Der Kanton Basel-Stadt schliesst Bars, Restaurants und Cafés, um die Corona-Fallzahlen zu senken. Gastro-Suisse-Präsident Casimir Platzer sieht darin keine Notwendigkeit und fordert bei einem schweizweiten Lockdown für Restaurants Entschädigung.

Basler Restaurants und Cafés müssen schliessen. Für den Ausfall können die Betreiber Entschädigung beantragen.
Basler Restaurants und Cafés müssen schliessen. Für den Ausfall können die Betreiber Entschädigung beantragen.
Foto: Maja Hitij (Getty Images)

Ab Montag bleiben in Basel-Stadt für vorerst drei Wochen Restaurants, Bars und Cafés geschlossen. Der Grund: Die Coronavirus-Fallzahlen gehen entgegen dem schweizweiten Trend nicht zurück. Am Freitag vermeldete der Stadtkanton 110 Neuansteckungen. Am Donnerstag hatte der Kanton Bern bereits bestehende Massnahmen um zwei Wochen verlängert: Museen, Kinos und Konzertlokale bleiben bis mindestens 7. Dezember geschlossen. Der Kanton Zürich plant hingegen nichts dergleichen. Restaurants und Bars sollen weiterhin geöffnet bleiben.

Gastro-Suisse-Präsident Casimir Platzer sieht in einer Schliessung denn auch keine Notwendigkeit: «Das BAG hat keine wissenschaftlich belegten Daten, die beweisen, dass die Übertragungen wirklich in den Restaurants erfolgen», sagt er. Das Einzige sei eine Untersuchung von Ende Juli. Dort war die Rede davon, dass lediglich 1,6 Prozent der Übertragungen in den Restaurants und Bars erfolgen.

Entschädigung für Wirte

«Wenn Restaurantbesuche wirklich so gefährlich wären, müsste der Bund konsequenterweise die Schliessung der Restaurants verfügen», sagt Platzer. Würde der Bund aber die in der Verfassung garantierte Wirtschaftsfreiheit einschränken, dann müsse er die Restaurants auch entsprechend entschädigen – sonst gingen viele Unternehmen kaputt und hunderttausend Arbeitsplätze verloren.

In Deutschland und Österreich etwa werde das so gemacht, sagt Platzer. Dort würden rund 80 Prozent des Umsatzes über die Kurzarbeits- und Direkthilfen entschädigt. In Genf erhielten Bars und Clubs 2 Millionen Franken pro Monat als Fixkostenzuschuss, sagt der Gastro-Suisse-Präsident.

«Zusätzlich zur Kurzarbeitsentschädigung brauchen wir etwa 20 Prozent des Umsatzes.»

Casimir Platzer, Gastro-Suisse-Präsident

«Auf die Schweiz übertragen heisst das, dass wir zusätzlich zur Kurzarbeitsentschädigung etwa 20 Prozent vom Umsatz an Unterstützung brauchen», sagt er. Das heisst: «Wenn es zu einem schweizweiten Lockdown für die Restaurants kommt, fordern wir pro Monat 400 Millionen Franken Entschädigung.»

Der Kanton Basel-Stadt hat im Hinblick auf die einschränkenden Massnahmen auch die Hilfspakete insbesondere für die Bereiche Gastronomie, Hotellerie und Tourismus ausgebaut: Hier stehen maximal 15 Millionen Franken zur Verfügung. Entsprechende Gesuche können ab nächster Woche eingereicht werden. (red)

57 Kommentare
    Schmied Konrad

    Noch Ende Oktober kritisierte Gastrosuisse scharf die Massnahmen des Bundesrates zur Eindämmung der Pandemie. Jetzt wollen Sie Geld, weil wir die von ihnen mitversachte Pandemie bewältigen müssen.