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Überbauung in OstermundigenGemeinde nimmt zweiten Anlauf für «San Siro»

Es ist eine der letzten bebaubaren Grünflächen in Ostermundigen. Am Donnerstag entscheidet das Parlament, ob auf dem Oberfeld das Quartier «San Siro» entstehen kann. Die SP stellt zusätzliche Forderungen.

Drei hohe und drei längliche Gebäude. So sieht zurzeit das Modell für das Oberfeld aus.
Drei hohe und drei längliche Gebäude. So sieht zurzeit das Modell für das Oberfeld aus.
Modell Lohner + Partner

Ganz so eng wie im Mailänder Fussballstadion soll es dann doch nicht werden. Trotzdem: Der Gemeinderat von Ostermundigen plant mit der Überbauung «San Siro» ein sehr dichtes Quartier. 400 bis 600 Personen sollen auf dem freien Feld neben dem Fussballplatz Oberfeld wohnen. Die Erwartungen der Gemeinde sind kein Geheimnis – sie erhofft sich Steuerzahler, die die Finanzen der Agglo-Gemeinde aufhübschen.

Doch zuerst muss das Parlament am Donnerstag die Überbauungsordnung genehmigen. Zurzeit liegt die Wiese, die so gross ist wie zweieinhalb Fussballfelder, in einer Zone, die lediglich eine lockere Bebauung vorsieht. Die Grünfläche soll dreimal dichter bebaut werden, als es bisher maximal möglich war.

Verdichtung ja, aber

Der SP war dies zu viel. Wie Bettina Fredrich (SP) sagt, vertrete man zwar die Verdichtungsstrategie. Aber dies könne nicht bedeuten, dass einfach möglichst viele Wohnungen auf kleinem Raum gebaut werden. Die Leute bräuchten auch Räume, die sie gestalten und als Treffpunkte nutzen können.

Dies war einer der Gründe, weshalb die SP die Überbauungsordnung, über die das Parlament bereits im vergangenen Sommer entscheiden sollte, stark kritisierte und eine dringliche Motion einreichte. Daraufhin zog der Gemeinderat das Geschäft zurück. Die neue Variante hat viele Punkte der SP integriert. «Aus unserer Sicht wurden zu wenig Vorgaben von der Gemeinde gegenüber den Investoren gemacht», sagt Fredrich.

Die SP wird am Donnerstag trotzdem zwei Anträge stellen. Zum einen geht es um die Verdichtung. «Die Pläne entsprechen nicht den Ideen, die man in der Ortsplanungsrevision vorsieht», sagt Bettina Fredrich. Deshalb wird die SP fordern, dass die Gebäude ein Stockwerk weniger hoch gebaut werden sollen.

Der zweite Antrag nimmt die öffentliche Nutzung in den Fokus. Die SP will eine verbindliche Zusage, dass ein Teil der Mehrwertabgabe direkt in ein Projekt für einen Quartiertreffpunkt fliesst. Das hätte zur Folge, dass mehrere Millionen Franken zur Belebung des Quartiers eingesetzt werden.

Die SVP-Fraktion hingegen wird beide Anträge bachab schicken. Auch die BDP und die GLP werden die Anträge wohl eher ablehnen. Hans Wipfli (SVP) findet die Verankerung in der Überbauungsordnung hinderlich: «Dies könnte zum Scheitern des Projekts führen.» Rund 85 Prozent der SP-Anliegen seien respektiert worden. «Gewisse Kompromisse muss jetzt auch die SP machen», sagt Wipfli.

Der geplanten Überbauung würde auch ein Fussballfeld zum Opfer fallen. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um ein Trainingsfeld. Wie Marco Krebs, Vorstandspräsident des FC Ostermundigen, bestätigt, wird das aber nicht zu Engpässen führen.