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Ein erstes Ja zur Fusion Ostermundigen verlangt Zusicherungen von Bern

Es ist ein symbolischer Akt: Vor den Medien spricht sich der Gemeinderat von Ostermundigen für Fusionsverhandlungen mit Bern aus.

Der Gemeinderat von Ostermundigen sprach sich am Freitag für eine Fusion aus.
Der Gemeinderat von Ostermundigen sprach sich am Freitag für eine Fusion aus.
Fotos: Manuel Lopez

Alle sind sie da. Der gesamte Gemeinderat von Ostermundigen sitzt vor den Medien, um sich für Fusionsverhandlungen mit der Stadt Bern auszusprechen. Abwechselnd erklären die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, wie sie zu diesem Entscheid kommen – und betonen dabei immer wieder, wie sehr ihnen Ostermundigen am Herz liegt.

Es ist ein Auftritt mit symbolischer Kraft. Doch wird es nicht der Gemeinderat sein, der über die Aufnahme von Verhandlungen mit der Stadt Bern entscheidet. Das macht das Gemeindeparlament, voraussichtlich am 17. Dezember.

Ist die Zeit reif?

Die Fusion ins Rollen gebracht hat ein Vorstoss aus dem Parlament. Das war 2018. Damals sprach sich der Gemeinderat dagegen aus. Nun empfiehlt er die Aufnahme von Verhandlungen – passend dazu vergleicht Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) den Weg zur Fusion mit einem Reifeprozess.

Seinen Entscheid begründet der Gemeinderat mit wachsenden Anforderungen und Erwartungen an die Gemeinde. Man habe sich an einer Klausurtagung intensiv mit den Vor- und Nachteilen auseinandergesetzt.

Als Hilfsmittel diente einerseits die Studie, die Ende Februar zum Schluss kam, dass eine Fusion machbar ist. Andererseits konnte sich der Gemeinderat auf die Ergebnisse einer Online-Umfrage stützen, die zwischen Februar und Juli durchgeführt wurde. Eine Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich darin für eine Fusion aus.

Die Ergebnisse der Umfrage würden kein umfassendes Bild zeigen, die Anzahl Teilnehmende sei dafür zu gering. In Ostermundigen startet Ende August eine weitere Konsultation. Der Gemeinderat erhofft sich davon zusätzliche Erkenntnisse.

Sorgen nehmen

Von vielen Politikerinnen und Politikern kommen positive Zeichen zu einer Fusion. Sei es aus Überzeugung, sei es aus pragmatischen Gründen. Kritik kommt vor allem aus der SVP. Deren Gemeinderätin Aliki Panayides betont, dass sich die Empfehlung lediglich auf Verhandlungen für eine Fusion bezieht. «Wir stehen ganz am Anfang.»

Der Gemeinderat ist sich einig: Er handle nicht naiv, es gehe darum, eine Fusion zu verhandeln. Zusicherungen verlangt Ostermundigen für die Ortsplanungsrevision, die Planungen beim Schulraum und öffentlichen Verkehr und fürs Gemeindepersonal.

Zudem gibt es viele offenen Fragen, die es noch zu klären gibt. Wie wird die Musikschule organisiert? Wie werden Vereine künftig unterstützt? Wie stellt man die Mitsprache sicher?

Darüber, ob sich den Verhandlungen noch andere an der Machbarkeitsstudie beteiligte Gemeinden anschliessen, will Thomas Iten nicht mutmassen. Um auf den Zug aufzuspringen, müssen Kehrsatz, Bolligen, Frauenkappelen und Bremgarten bis Ende März 2021 einen Grundsatzentscheid fällen.

SDA