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YB-Frauen verspielen 2:0-FührungGemischte Gefühle nach dem Spitzenkampf

Es sah lange sehr gut aus für die Bernerinnen gegen Leader Servette. Letztlich müssen sie sich mit einem 2:2 begnügen und dürfen trotzdem zufrieden sein.

Eva Bachmann (rechts) erzielte mit einem herrlichen Distanztreffer das zwischenzeitliche 2:0.
Eva Bachmann (rechts) erzielte mit einem herrlichen Distanztreffer das zwischenzeitliche 2:0.
Foto: Marcel Bieri

Frauen-Nationaltrainer Nils Nielsen liess sich den Spitzenkampf zwischen YB und Servette in der Women’s Super League nicht entgehen. Beim letzten Zusammenzug der Landesauswahl war keine Akteurin der YB-Frauen im Aufgebot des 49-jährigen Dänen zu finden. Und auch für das entscheidende Gruppenspiel für die Europameisterschaft 2022 gegen Belgien selektionierte er vorerst keine Bernerin.

Spielerinnen wie Captain Marilena Widmer lieferten Argumente, dass sich Nielsen künftig auch für die eine oder andere aufstrebende Bernerin entscheidet. Die YB-Frauen bestimmten – zumindest bis zur 66. Minute – mehrheitlich die Partie gegen Leader Servette, führten 2:0, mussten sich am Schluss jedoch mit einem 2:2-Remis zufriedengeben. «Wir können mit dem Punkt leben», sagte Trainer Charles Grütter. Goalie Saskia Bürki erklärte: «Es sind gemischte Gefühle. Aber es gibt uns Mut, dass wir mit dem Leader mithalten konnten.» Mit dem Punkt bleibt YB zusammen mit Zürich auf dem zweiten Platz.

Gehaltener Penalty

Zu Beginn des Spitzenspiels tasteten sich die Teams ab, niemand wollte den ersten Fehler begehen. YB versuchte oft, mit langen Bällen hinter die Verteidigung der Genferinnen zu gelangen, um dann die schnellen Aussenläuferinnen in Szene zu setzen. «Sie standen defensiv etwas unsicher», erklärte Trainer Grütter. Dies, weil Caroline Abbé, Servette-Captain und langjährige Nationalspielerin, früh angeschlagen ausgewechselt werden musste.

Nach einer halben Stunde überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst zeigte die Schiedsrichterin im Berner Strafraum auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter parierte Bürki jedoch und hielt den etwas unpräzisen Schuss von Marta Peiró Giménez fest. «Ich wusste, dass sie dorthin schiessen wird. Es war eine Mischung aus Vorbereitung im Training und Instinkt», erzählte die 18-jährige Bürki, die zuletzt eine Partie verletzungsbedingt fehlte.

Kurz vor der Pause entschied die Unparteiische wieder auf Penalty, dieses Mal auf der anderen Seite. Nadine Riesen brach am Flügel durch und konnte nur noch regelwidrig gestoppt werden. Topskorerin Stefanie da Eira liess sich nicht zweimal bitten und schoss YB in Führung.

Stefanie da Eira verwandelte den Penalty souverän und schoss damit ihren elften Saisontreffer.
Stefanie da Eira verwandelte den Penalty souverän und schoss damit ihren elften Saisontreffer.
Foto: Marcel Bieri

Weil Eva Bachmann in der 58. Minute mit dem Vollspann aus 16 Meter draufhielt und auf 2:0 erhöhte, lagen die drei Punkte auf dem Silbertablett bereit. «Wir hätten danach etwas ruhiger agieren müssen», konstatierte Grütter. Nach einem unglücklichen Befreiungsschlag im eigenen Strafraum stand Servette-Stürmerin Peiró Giménez richtig und verkürzte. Zehn Minuten vor Ende erzielte sie mit einem Lupfer über Bürki gar den Ausgleich.

Nach der Länderspielpause steht für YB noch ein Auswärtsspiel in Luzern auf dem Programm, bevor es in die Winterpause geht. «Mit einem Sieg können wir uns den Herbst vergolden», sagte Grütter.