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3. Heimspiel, 3. SiegGhosty glänzt im Geisterspiel

Wacker schlägt Suhr vor leeren Rängen überraschend deutlich (29:22). Zu den besten Thunern gehört Damien Guignet, ein Mann mit einem passenden Spitznamen.

Damien Guignet setzt sich gegen Patrick Strebel durch.
Damien Guignet setzt sich gegen Patrick Strebel durch.
Bild: Patric Spahni

Möglicherweise war ja alles ein grosser Irrtum.

Die Heimstärke, für die Wacker Thun so sehr gefürchtet wird, begründete man jahrzehntelang mit den stattlichen Zuschauerzahlen, mit der oftmals so prickelnden Atmosphäre in der Lachenhalle. Nun ist diese leer – und die Berner Oberländer brillieren, führen den starken Widersacher zeitweise vor.

Der Vorstand des zweimaligen Meisters beschloss am Vorabend zu später Stunde, die Partie gegen Suhr wegen der strikten Anweisungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen.

Anwesend sind deswegen bloss die Direktbeteiligten, Medienvertreter – sowie ein Fan, der die Begegnung draussen vor der Halle durch ein Fenster verfolgt. Er sieht eine der besten Wacker-Leistungen der jüngsten Zeit. Mit fünf Toren Differenz führen die Hausherren zur Pause, nach 39 Minuten steht es 21:12.

Einer der stärksten Thuner ist an jenem Abend Damien Guignet, der Penaltys und Strafen herausholt sowie vier Treffer erzielt, darunter das so wichtige 24:20, das zu einem Zeitpunkt fällt, da die Aargauer dabei sind, aufzuholen. Dass Guignet im Geisterspiel glänzt, das hat irgendwie seine Logik – der kleingewachsene, zweikampfstarke Westschweizer wird im Club «Ghosty» genannt.

Weil es in der Halle vergleichsweise leise ist, hört man Dinge, die gewöhnlich nicht wahrnehmbar sind. So ist zu erfahren, wie die einen über die andern denken. Und wer mitkriegt, was Suhr-Coach Misha Kaufmann von der Darbietung seiner Spieler hält, glaubt, dass diesen eine eher ungemütliche Heimreise bevorsteht.

Die Aargauer haben unter dem Berner eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen und stehen im Cupfinal. Gerade aber tun sie sich schwer. Sie kassieren die dritte Niederlage in Folge und drohen die Qualifikation auf dem ernüchternden siebten Rang abzuschliessen.