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Auf Berns Grosser SchanzeGrosser Rat macht sich stark für Peter Flamingo

Der Berner Baudirektor Christoph Neuhaus muss nochmals prüfen, ob auf der Einsteinterrasse von Berns Grosser Schanze im Sommer nicht doch eine Pop-up-Bar aufgestellt werden kann.

Die Pop-up-Bar Peter Flamingo auf der Grossen Schanze.
Die Pop-up-Bar Peter Flamingo auf der Grossen Schanze.
Franziska Rothenbuehler

Der bernische Grosse Rat hat überraschend klar einen Vorstoss überwiesen, der fordert. dass der Regierungsrat nochmals über die Bücher geht und prüft, ob eine Pop-up-Bar auf der Grossen Schanze möglich ist.

Mit 102 zu 46 Stimmen bei 4 Enthaltungen sagte das Kantonsparlament am Montag Ja zu einem Postulat von gegen 25 Grossratsmitgliedern aus diversen Parteien. Der Erstunterzeichner des Vorstosses, der Berner SP-Grossrat David Stampfli, sagte im Rat, ihm gehe es darum, dass sich Neuhaus mit den Barbetreibern und der Stadt Bern nochmals zusammensetze.

Auf der Terrasse an der östlichen Ecke der Grossen Schanze hoch über den Bahngeleisen stand 2017 und 2018 die Bar Peter Flamingo. Die Stadt Bern genehmigte den Barbetrieb vor drei Jahren, um die Grosse Schanze zu beleben und damit insbesondere nachts sicherer zu machen. Die Grosse Schanze stand zuvor im Ruf, vor allem nachts nicht sicher zu sein.

Dieses Ziel gilt als erreicht. Auch die Berner Regierung schrieb in ihrer Botschaft zum Vorstoss, sie anerkenne den Wert solcher temporärer Einrichtungen für das gesellschaftliche Leben und die Sicherheit.

Im vergangenen Jahr verbot aber der Kanton als Eigentümer des unter der Terrasse liegenden Gebäudes die Nutzung des Gebäudedachs. Im Gebäude ist das Institut für exakte Wissenschaften der Uni Bern untergebracht. Es verwendet hochsensible Geräte.

Mit Verweis auf ein externes Gutachten wandte sich die Kantonsregierung gegen den Vorstoss, den das Kantonsparlament am Montag behandelte. Baudirektor Neuhaus wies im Rat darauf hin, dass laut dem Gutachten eine Investition im zweistelligen Millionenbereich nötig wäre, um das Risiko von Schäden an den hochsensiblen Einrichtungen unter dem Dach auszuschliessen. Dieses Geld habe der Kanton Bern nicht.

Die Einsteinterrasse sei wegen dieser Geräte in einer Vereinbarung zur Nutzung der Grossen Schanze von einem sogenannten gesteigerten Gemeingebrauch – wie eben beispielsweise für eine Bar – ausgenommen worden, sagte Neuhaus weiter. Diese Nutzungsvereinbarung haben Kanton Bern und mehrere weitere Partner abgeschlossen, so etwa die SBB und die Stadt Bern.

Vorstösser Stampfli sagte hingegen, es gebe auch einen Bericht, gemäss welchem die Belastung des Dachs kein Problem darstelle. Nachdem er seinen als Motion eingereichten Vorstoss zu einem Postulat, also einem Prüfbericht, umgewandelt hatte, fand dieser im Rat eine Mehrheit. Stampfli sagte, er sei überzeugt, dass ein Barbetrieb auch ohne Millioneninvestition möglich sei.

Die Kantonsregierung hatte in ihrer Botschaft an den Grossen Rat darauf hingewiesen, dass sie grundsätzlich einverstanden ist mit Veranstaltungen weiter westlich auf der Grossen Schanze, nämlich auf der grossen Wiese und neben dem Lebensbrunnen.

SDA/flo