Zum Hauptinhalt springen

Überbauung in OstermundigenGrünes Licht für die Überbauung «San Siro»

Parlament gibt positives Signal: Auf dem Oberfeld können Wohnungen für 400 bis 600 Personen entstehen.

Drei hohe und drei längliche Gebäude. So sieht zurzeit das Modell für das Oberfeld aus.
Drei hohe und drei längliche Gebäude. So sieht zurzeit das Modell für das Oberfeld aus.
Modell Lohner + Partner

Lange Zeit wollte die linke Fraktion des Parlaments in Ostermundigen ein Puzzleteil mit dem nächsten verbinden, bis die Überbauung auf dem Oberfeld so aussieht, wie es ihr gefällt. Der kämpferische Wille der SP war gross, die Liste der Anträge lang. Und als das Puzzle am Ende des Abends fertig gelöst war, sah es aus wie ein typischer Schweizer Kompromiss.

Zur Vorgeschichte: Mit der Überbauung namens «San Siro» plante der Gemeinderat ein dichtes Quartier. Dies soll auf dem Oberfeld neben dem Fussballplatz entstehen und für 400 bis 600 Personen Platz bieten. Da auf dieser Grünfläche bislang nur eine lockere Bebauung möglich war, musste das Parlament gestern eine neue Überbauungsordnung genehmigen.

Ein sehr dichtes Quartier

Eigentlich hätte das Parlament bereits im vergangenen Sommer darüber befinden sollen. Nach harscher Kritik der SP zog der Gemeinderat das Traktandum kurzfristig zurück. An einem runden Tisch wurden viele Ideen der SP in die neue Fassung der Überbauungsordnung integriert. So etwa die Reduktion der Fahrzeuge pro Wohnung und die Pflicht, die Energieversorgung mit Energiesonden sicherzustellen. Zwei Punkte wurden bewusst offen gelassen.

Dies betraf zum ersten die Verdichtung: Die SP sah vor, die Gebäude ein Stockwerk weniger hoch zu bauen. «Wir befürworten verdichtetes Bauen», sagte Bettina Fredrich (SP). Aber dies solle entlang der Bernstrasse passieren. Und nicht auf dem Oberfeld. So wie es in der Ortsplanungsrevision vorgesehen ist. Dieser Antrag wurde jedoch mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

Quartier-Treffpunkt

Der zweite offene Punkt betraf die öffentliche Nutzung, sprich einen Quartiertreffpunkt im Oberfeld. Ein Punkt vorweg: Es gab schon leichtere Geburten. Die SP wollte, dass in der Überbauungsordnung verankert wird, dass ein Teil des Geldes der Mehrwertabschöpfung für ein Quartiertreff verwendet wird. Die Linken führten aus, dass die Verdichtung des Quartiers auch mit der Verantwortung einhergehe, in die Lebensqualität zu investieren. «Es gibt auf dem Grundstück keine zweite Chance», sagte Adrian Tanner (Grüne).

Die SP wollte eine verbindliche Zusage von der Gemeinde, dass 40 Prozent – was ungefähr 2,5 Millionen Franken entsprechen würde – für ein lebendiges Quartier eingesetzt werden. Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) argumentierte, dass dies rechtlich nicht möglich sei. Nach langem Hin und Her entschied sich die SP, ihren Wunsch nicht in der Überbauungsordnung zu verankern, und formulierte eine dringliche Motion.

Die Motion war – nach der Ablehnung der Anträge in der Detailberatung – dann doch nicht mehr so dringlich und wurde zurückgezogen. Somit ist die Überbauungsordnung vom Parlament genehmigt. Ohne Quartiertreff.