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Coronavirus in der Schweiz+++ Sommaruga will weitere Massnahmen +++ Maurer warnt vor jahrelangen Folgen

Die Bundespräsidentin möchte «sehr bald» handeln, Ueli Maurer die Kosten nicht aus dem Blick verlieren. Nationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl der Corona-Ansteckungen in der Schweiz steigt stark an.

  • Der Bundesrat empfiehlt deshalb Homeoffice für die ganze Schweiz soweit möglich.

  • Zusätzlich erliess er eine Maskenpflicht für alle öffentlich zugänglichen Innenräume.

  • Diverse Kantone haben ihre Massnahmen gegen das Virus verschärft.

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Je 100 Neuinfektionen in den beiden Basel

In den beiden Basel hat die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen weiter stark zugenommen. Im Kanton Basel-Stadt wurden am Samstag 103 neue Fälle vermeldet, im Kanton Basel-Landschaft 119.

Damit wurden im Stadtkanton bisher 1981 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. In Baselland sind es 2061. Im Baselbiet ist zudem ein weiteres Todesopfer als Folge einer Covid-19-Erkrankung zu beklagen, was insgesamt 39 Todesfälle ergibt. In Basel-Stadt beträgt deren Zahl unverändert 54.

Über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie informieren die beiden Kanton jeweils auf ihren Webseiten. Demnach befanden sich am Samstag in Basel-Stadt 2106 Personen in Quarantäne, 1181 mehr als am Vortag. In Baselland wurde dagegen ein Rückgang um 279 auf 880 Personen in Quarantäne verzeichnet. In Isolation befanden sich in Basel-Stadt zudem 474 (+75) Personen. In Baselland waren es 298 (+14).

Sommaruga: «Bundesrat wird weitere Massnahmen beschliessen müssen»

«Der Bundesrat wird weitere Massnahmen beschliessen müssen – sehr bald beschliessen müssen.» Das hat Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Rand einer Visite im Berner Inselspital am Samstag gesagt.

Die Bundespräsidentin hatte sich vor Ort über die Arbeit des Berner Universitätsspital im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie informieren lassen.

«Der Bundesrat wird weitere Massnahmen beschliessen müssen»: Simonetta Sommaruga äusserte sie sich zu möglichen weiteren Corona-Massnahmen.

«Im Spital sieht man, wie wichtig es ist, dass wir gemeinsam die Fallzahlen wieder herunterbringen», sagte Sommaruga gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Denn wenn es in den Spitälern und Intensivstationen nicht genügend Betten gebe, werde das Virus gefährlich. «Gefährlich für uns alle», wie die Bundesrätin betonte.

Sie habe in der «Insel» sehr engagierte Leute angetroffen, die alles dafür täten, dass die Gesundheitsversorgung funktioniere. «Aber sie sind darauf angewiesen, dass die Fallzahlen zurückgehen. Das braucht uns alle.»

«... sehr bald beschliessen müssen»

Der Bund hatte vergangenen Sonntag im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie weitere Massnahmen beschlossen. Seither haben auch zahlreiche Kantone Massnahmen ergriffen. Die Wissenschafts-Taskforce des Bundes kam aber zum Schluss, dass dies noch nicht ausreicht.

«Darum ist für mich klar, der Bundesrat wird weitere Massnahmen beschliessen müssen – sehr bald beschliessen müssen» sagte Sommaruga. Der Bundesrat prüfe auch, wo es noch zusätzliche Unterstützung brauche, sei es vom Zivilschutz oder von Seiten der Armee.

Simonetta Sommaruga hat am Samstag das Berner Inselspital besucht.
Simonetta Sommaruga hat am Samstag das Berner Inselspital besucht.
Foto: Anthony Anex (Keystone)
Maurer: «Folgen werden uns Jahre beschäftigen»

Laut SVP-Bundesrat Ueli Maurer werden «uns die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise noch Jahre beschäftigen». Dies sei noch nicht allen bewusst, sagte Maurer am Samstag an der digital durchgeführten Delegiertenversammlung der SVP.

Gesundheit sei wichtig, sagte Maurer. «Wir dürfen aber auch die Kosten nicht aus dem Blick verlieren». Der SVP-Bundesrat sprach auch die Auswirkungen auf die Psyche an, die nicht ausser Acht gelassen werden dürften.

Das Virus dürfte nächstes Jahr ausklingen, so Maurer. Die Schulden, die die Schweiz wegen der Corona-Krise jetzt gemacht habe und die wirtschaftlichen Folgen «werden uns aber noch Jahre beschäftigen». Die Arbeitslosenzahlen dürften laut Maurer steigen und «wir werden mehr Konkurse haben, als uns lieb ist».

Der SVP-Bundesrat sprach auch über Tendenzen, die ihn mit Sorge erfüllten: Er begegne immer mehr Menschen, die ihm erzählten, dass man seine Meinung nicht mehr laut sagen dürfe. Es dürfe nicht sein, dass Leute ausgegrenzt würden, die eine andere Meinung verträten. Es gehe nicht an, dass die Meinungsfreiheit in einer Demokratie eingeschränkt werde.

715 neue Fälle im Kanton Bern

Im Kanton Bern sind in den vergangenen 24 Stunden 715 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus registriert worden. Das sind leicht weniger als am Freitag, als 802 neue bestätigte Fälle gemeldet worden waren.

Insgesamt wurden damit gemäss den am Samstag im Internet publizierten Zahlen seit Beginn der Pandemie 9022 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Gleichzeitig befanden sich 153 Personen in Spitalpflege, davon 15 auf der Intensivstation. 9 Patienten mussten beatmet werden. Diese Zahlen wurden aber am Wochenende nicht aktualisiert. Auch ein neuer Todesfall wurde registriert.

Bundesrat will Maskenpflicht im Freien

Der Bundesrat schlägt den Kantonen schärfere Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor. Ein Konsultationsentwurf des Bundes sieht unter anderem eine Ausweitung der Maskentragpflicht im Freien vor. Am kommenden Mittwoch ist mit weiteren Regelungen zu rechnen.

Über den Konsultationsentwurf berichtete am Samstag das Onlineportal Blick.ch. Der Bundesrat schlägt darin härtere Massnahmen vor, um das Coronavirus zu stoppen. Laut dem siebenseitigen Papier, das auch der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorlag, soll unter anderem die Maskentragpflicht massiv ausgedehnt werden.

Die Vorschläge des Bundesrats im Überblick:

Maskenpflicht im Freien: Das Maskenobligatorium wird stark ausgedehnt. Neu soll auch im Freien ein Atemschutz getragen werden. Der Entwurf bezieht sich gemäss «Blick»-Bericht ausdrücklich auf Siedlungsgebiete. In der freien Natur würde die Maskenpflicht somit nicht gelten.

Darüber hinaus gilt das Maskenobligatorium in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben. Dazu gehören auch Märkte oder Wartebereiche in Bahnhöfen oder bei Bushaltestellen. Auch am Arbeitsplatz muss eine Maske getragen werden, sofern man nicht alleine im Büro arbeitet. Es gilt weiterhin eine Homeoffice-Empfehlung.

Von der Maskenpflicht befreit sind weiterhin Kinder unter 12 Jahre, Personen mit medizinischem Attest sowie gewisse Gruppen wie etwa auftretende Künstler. Auch Restaurantgäste können ihre Maske ablegen, wenn sie am Tisch sitzen.

Obergrenze für Veranstaltungen und Sperrstunde: Auch bei den Veranstaltungen will der Bundesrat zu drastischen Mitteln greifen. Die Obergrenze für öffentliche Veranstaltungen wird auf 50 Personen gesenkt, an privaten Veranstaltungen wie etwa Familienfesten dürfen noch maximal 15 Personen teilnehmen. Grossveranstaltungen wären somit wieder verboten.

Ebenfalls weitreichende Restriktionen sieht der Entwurf für das Nachtleben vor. Der Bundesrat schlägt für Gastro- und Clubbetriebe eine Sperrstunde von 22 Uhr bis 6 Uhr vor. Gäste dürfen nur im Sitzen konsumieren. Pro Tisch sind maximal vier Personen erlaubt.

Hochschulen müssen zurück in den Fernunterricht: Für die Schüler und Mitarbeitenden von Universitäten und höheren Schulen heisst es: Zurück ins Homeschooling. Für sie soll wieder Fernunterricht gelten. Nur die obligatorische Schule und die Sekundarstufe II bleibt im Präsenzunterricht. Für Lehrpersonen und Kinder ab der 7. Klasse gilt zudem künftig ebenfalls eine Maskenpflicht – ausser in Situationen, wo eine Maske den Unterricht erschwert

Verbot von Sportarten mit Direktkontakt: Der Entwurf des Bundesrats sieht gemäss «Blick» Einschränkungen bei Sportaktivitäten ausserhalb des Profisports vor. Im Amateurbereich sollen nur noch Sportarten ohne Körperkontakt und mit maximal 15 Personen erlaubt werden. In Innenräumen muss dabei eine Schutzmaske getragen und der Abstand eingehalten werden. Im Freien muss eine Maske getragen werden, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann. Der professionelle Ligabetrieb bleibt zulässig.

Verbot von Proben und Konzerten: Auch der Kulturbereich muss im Entwurf des Bundesrats grosse Abstriche machen. Im Amateurbereich werden Proben und Konzerte, im professionellen Bereich Chor-Konzerte verboten.

13 Corona-Fälle in Schweizergarde

Im Vatikan sind zwei weitere Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachweislich infizierten Gardisten auf 13, wie die Schweizergarde am Freitag mitteilte. Es gebe bisher keine schweren Krankheitsverläufe, nur einige der Gardisten zeigten Symptome wie Fieber, Husten, Gelenkschmerzen und einen Verlust des Geruchssinns, hiess es weiter. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz.

13 Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde im Vatikan wurden positiv auf das Coronavirus getestet. (Symbolbild)
13 Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde im Vatikan wurden positiv auf das Coronavirus getestet. (Symbolbild)
REUTERS

Ein grösserer Corona-Ausbruch unter den Gardisten könnte daher auch für den Papst gefährlich werden, der mit seinen 83 Jahren zur Risikogruppe gehört. Dem Argentinier war im Alter von 21 Jahren wegen einer schweren Pneumonie ein Teil der rechten Lunge entfernt worden. Er gilt aber für sein Alter als relativ gesund.

Armee streicht Truppenübungen

Die Schweizer Armee setzt die für dieses Jahr geplanten grossen Truppenübungen aus. Sie tut dies im Hinblick auf mögliche Einsätze in der aktuellen Corona-Situation, wie das VBS am Freitagabend mitteilte.

Der Entscheid sei vom Chef der Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, getroffen worden. Mit dem Verzicht auf grosse Truppenübungen werde die Einsatzbereitschaft im Hinblick auf mögliche Einsätze zugunsten der zivilen Behörden fokussiert. Die Armee prüfe zudem die Durchführung von laufenden und geplanten Wiederholungskursen.

Corona hat Priorität: Der Küsnachter Thomas Süssli vor dem Bundeshaus.
Corona hat Priorität: Der Küsnachter Thomas Süssli vor dem Bundeshaus.
Foto: Christian Beutler (Keystone/Archiv)
Runder Tisch mit Thema Corona/Sport

Bundesrätin Viola Amherd lädt für kommenden Mittwoch Vertreter von Swiss Olympic und Vertreter von Mannschaftssportarten zu einem virtuellen runden Tisch Sport ein. Neben der Gesellschaft und der Wirtschaft habe die Covid-19-Epidemie auch den Sport hart getroffen. Aufgrund der aktuellen Lage dürften auch für den Sport wieder schwierige Zeiten anbrechen, heisst es in der Mitteilung. Sportministerin Amherd sei es ein grosses Anliegen, sich mit Vertretern des Sports auszutauschen.

Besprochen würden neben der aktuellen Lage auch die Herausforderungen, denen sich der Sport in der Schweiz aktuell stellen muss. Auch die Erfahrungen der Sportverbände und Ligen mit den Hilfsmassnahmen des Bundes – Stabilisierungspaket für den Breiten- und Leistungssport sowie die Darlehen an die Profiligen – würden ein Thema sein.

Sorgen um den Sport: VBS-Vorsteherin Viola Amherd (CVP).
Sorgen um den Sport: VBS-Vorsteherin Viola Amherd (CVP).
Foto: Peter Klaunzer (Keystone/27. September 2020)
Genf: Nur noch 1000 Personen bei Grossevents erlaubt

Der Kanton Genf hat die Regeln für soziale Zusammenkünfte angesichts der grassierenden Corona-Pandemie erneut verschärft. Private Treffen von mehr als fünf Personen werden künftig verboten, sowohl in der Öffentlichkeit als auch zuhause.

Kinder unter 12 Jahren werden dabei nicht mitgezählt. Ausnahmen gelten, wenn die Personen im gleichen Haushalt leben. Grossanlässe sind nur noch mit höchstens 1000 Personen erlaubt. Dies gilt auch für Fussball- oder Eishockeyspiele. Diese und weitere Massnahmen treten an diesem Sonntag um Mitternacht in Kraft. Sie werden mindestens bis zum 30. November dauern, wie die Genfer Regierung am Freitag vor den Medien mitteilte.

Obergrenze gesetzt: Ab Sonntag dürfen nur noch 1000 Fans die Heimspiele des GSHC in der Les-Vernets-Halle besuchen.
Obergrenze gesetzt: Ab Sonntag dürfen nur noch 1000 Fans die Heimspiele des GSHC in der Les-Vernets-Halle besuchen.
Foto: Martial Trezzini (Keystone/Archiv)

Auch die Regeln für Gasstätten werden strenger. Öffentliche Lokale wie etwa Restaurants müssen um spätestens um 23 Uhr schliessen. Alle Getränke müssen am Tisch bestellt werden. Es sind maximal fünf Personen pro Tisch erlaubt, ausser es handelt sich dabei um Personen eines gemeinsamen Haushalts oder um Kinder unter zwölf Jahren.

Kanton Bern zieht Schraube beim Profisport weiter an

Auch der Kanton Bern greift im Kampf gegen das Coronavirus zu drastischen Massnahmen. Der Regierungsrat hat am Freitag eine Reihe von Verboten beschlossen und verfügt, dass Masken zum Teil auch im Freien getragen werden müssen.

Im Profisport lässt er – wie der Kanton Wallis – nur noch Geisterspiele ohne jegliche Zuschauer zu, wie Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) vor den Medien bekanntgab. Bislang waren 1000 Zuschauer zulässig, so wie in anderen Kantonen. In manchen sind sogar mehr erlaubt.

Der Regierungsrat verbot zudem öffentliche und private Veranstaltungen von mehr als 15 Personen und verfügte eine Sperrstunde in der Gastronomie von 23 Uhr bis 6 Uhr. Schliessen müssen zudem Bars, Clubs und Discos sowie öffentlich zugängliche Einrichtungen wie Museen, Kinos, Bibliotheken sowie Sport- und Fitnesscenter.

Auch Messen und Gewerbeausstellungen sind verboten. Davon betroffen ist etwa der Suisse Caravan Salon in Bern, der am Donnerstag und Freitag noch die Erlaubnis für den Verkauf von täglich 7000 Tickets hatte. Im Restaurant dürfen ab Montag nur noch höchstens vier Personen an einem Tisch sitzen. Grössere Gruppen sind erlaubt, wenn alle Personen im gleichen Haushalt leben. Die neuen Regeln gelten ab Freitag um Mitternacht für vorerst vier Wochen.

Steht vor allem bei den Sport-Fans in der Kritik: Der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP).
Steht vor allem bei den Sport-Fans in der Kritik: Der bernische Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP).
Foto: Peter Klaunzer (Keystone/Archiv)
Luzern schliesst die Bordelle

Im Kampf gegen Corona ersetzt der Kanton Luzern die Freiwilligkeit durch Zwang: Wer am Arbeitsplatz oder im Auto nicht allein ist, muss neu eine Maske tragen, in Spitälern und Altersheimen gilt ein Besuchsverbot. In Restaurants und Clubs ist zudem neu um 23 Uhr Schluss, Bordelle bleiben zu.

Die Vorschriften treten am Samstag in Kraft, wie die Luzerner Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Die epidemiologische Lage sei dramatisch, begründete Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) in der Mitteilung die Sofortmassnahmen.

An Arbeitsplätzen in Innenräumen gilt deswegen neu eine Maskenpflicht. Ausgenommen sind Personen, die sich alleine im Raum aufhalten oder die an Orten arbeiten, an denen der Abstand eingehalten werden kann, oder an denen Abschrankungen vorhanden sind.

Eine Maskenpflicht wird auch in Autos eingeführt. In geschlossenen Privat- und Transportfahrzeugen gelte diese, wenn Personen transportiert würden, die nicht im gleichen Haushalt lebten, teilte die Staatskanzlei mit.

Restaurants, Bars und Clubs müssen von 23 Uhr bis 6 Uhr für das Publikum geschlossen sein. Erotik- und Sexbetriebe dürfen gar nicht mehr öffnen. Schliesslich gilt neu ein Besuchsverbot in Spitälern, Altersheimen und Kurhäusern. Der Kanton Luzern baut zudem seine Testkapazitäten aus und schafft weitere Testzentren. Neu sollen ab Ende Oktober Tests ohne ärztliche Überweisung möglich sein.

Das Virus kennt punkto Erotik keine Gnade: Der Kanton Luzern schliesst die Bordelle.
Das Virus kennt punkto Erotik keine Gnade: Der Kanton Luzern schliesst die Bordelle.
Foto: Franka Bruns (AP/Keystone/Symbolbild)
Spital in Schwyz weiterhin voll ausgelastet

Im Kanton Schwyz ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen am Freitag erneut um über hundert Personen angestiegen. In dem besonders betroffenen Bezirk Schwyz ist das Spital weiterhin voll ausgelastet. Es muss einzelne Patienten in umliegende Spitäler verlegen.

Wie der Kanton Schwyz mitteilte, stieg die Zahl der bestätigten Coronafälle auf 2066, im Vergleich zum Vortag kamen 105 neue Fälle dazu. Die Zahl der Neuansteckungen lag etwas tiefer als in den letzten Tagen. Drei weitere Personen verstarben an den Folgen einer Coronainfektion, es sind somit bisher 41 Todesopfer.

Die Covid-Kapazitäten am Spital Schwyz sind voll ausgelastet. (Archivaufnahme)
Die Covid-Kapazitäten am Spital Schwyz sind voll ausgelastet. (Archivaufnahme)
Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Zur Unterstützung des Nachbarkantons Schwyz hat das Kantonsspital Uri eine Person aus dem Kanton Schwyz auf seiner Intensivpflegestation aufgenommen, wie der Kanton Uri mitteilte. Das Spital in Schwyz teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit, die Lage sei stabil. Das Spital arbeite aber daran, die Kapazitäten für Covid-Patienten weiter auszuweiten.

Gemäss den Spitalangaben ist die Isolationsstation in der Regel voll ausgelastet, ebenso die Intensivplätze für Covid-Patienten. Seit dem 1. Oktober seien im Spital Schwyz 62 Covid-Patienten stationär behandelt worden, hiess es weiter. Wenn kein Platz auf der Intensivstation vorhanden gewesen sei, seien vereinzelt Patienten in umliegende Zentralschweizer Spitäler verlegt worden. Die Verteilung der Patienten koordiniert das Luzerner Kantonsspital.

Sondersession soll wie geplant stattfinden

Die Sondersession des Nationalrats am Donnerstag und Freitag kommender Woche soll laut den Parlamentsdiensten trotz stark steigender Corona-Fallzahlen wie geplant durchgeführt werden. Die Verwaltungsdelegation hat für das Bundeshaus ab sofort eine generelle Maskentragpflicht beschlossen.

Das teilte Karin Burkhalter, Informationsleiterin der Parlamentsdienste, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die Maskentragpflicht gelte neu auch «für das Zirkulieren in Sitzungsräumlichkeiten und Ratssälen». Wer an einem von Plexiglas geschützten Platz sitze, könne die Maske ablegen.

Bereits im Hinblick auf die Herbstsession im September war das Parlamentsgebäude Covid-konform ein- und ausgerüstet worden. Beispielsweise wurden in den Ratssälen und Sitzungszimmern Plexiglaswände installiert.

Wegen der grossen Geschäftslast führt der Nationalrat am 29. und 30. Oktober eine zweitägige Sondersession durch. Ein Schwerpunkt ist die Regelung für die Geschäftsmieten während des Lockdown. Ein weiteres Traktandum sind Massnahmen zur Dämpfung der Gesundheitskosten. Am 30. Oktober berät der Nationalrat über das Covid-19-Solidarbürgschaftsgesetz. Mit diesem werden die per Notverordnung erlassenen Regeln für Corona-Kredite im Gesetz verankert. Zudem stehen zahlreiche Vorstösse auf der Traktandenliste.

Corona-konform eingerichtet: Die Grosse Kammer während der Herbstsession am 23. September 2020.
Corona-konform eingerichtet: Die Grosse Kammer während der Herbstsession am 23. September 2020.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)
BAG meldet 6634 Neuinfektionen

Dem BAG sind heute 6634 Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Positivitätsrate beträgt 26,47 Prozent bei 25'061 neu gemeldeten Tests. Zudem registrierte das BAG 10 neue Todesfälle und 117 Spitaleinweisungen. Am Freitag vergangener Woche waren es 3105 Fälle.

Gestern wurden 5256 Neuansteckungen innerhalb eines Tages registriert. Am Montag hatte das BAG die Zahlen für das ganze Wochenende und den Freitag bekanntgegeben. Insgesamt waren für diese drei Tage 8737 neue Ansteckungen gemeldet worden.

Insgesamt gab es dem BAG zufolge seit Beginn der Pandemie 103'653 laborbestätigte Fälle. Seit Anfang der Pandemie mussten 5838 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung waren am Donnerstag nach Angaben des BAG 17'888 Personen in Isolation und 19'215 Personen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 15'380 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne.

Hier geht es zu unserem Corona-Dashboard mit allen Zahlen.

Kanton Waadt verbietet private Treffen von mehr als zehn Personen

Der Kanton Waadt verschärft seine Massnahmen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Er verbietet Grossanlässe von mehr als 1000 Personen und private Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen.

Die neuen Regelungen treten am Sonntag um Mitternacht in Kraft, wie die Kantonsregierung am Freitag mitteilte. Der Staatsrat ist der Ansicht, dass so schnell wie möglich strenge Massnahmen ergriffen werden müssen.

Die Gemeinden legen fest, inwiefern Märkte stattfinden können. Marktbesucher und Verkäufer müssen Gesichtsmasken tragen.

Kinos und Museen bleiben geöffnet

Für Bars, Cafés und Restaurants gilt weiterhin Maskenpflicht. Dasselbe gilt für Theater, Konzertsäle, Museen, Bibliotheken und Kinos. Alle diese Lokale müssen spätestens um Mitternacht schliessen.

Die Ausübung von Kontaktsportarten wie Fussball, Hockey, Basketball oder Gesellschaftstanz auf Amateurniveau wird verboten. An den Hochschulen werden Kurse mit einer grossen Zahl von Studierenden ab dem 2. November online durchgeführt.

Kanton Solothurn verbietet Grossanlässe

Im Kanton Solothurn sind Grossanlässe mit mehr als 1000 Personen per sofort verboten. Der Regierungsrat hat mit dem Verbot nach eigenen Angaben auf die besorgniserregende Entwicklung der Corona-Pandemie reagiert.

Das Verbot gilt vorerst bis Ende Januar 2021, wie die Staatskanzlei Solothurn am Freitag mitteilte. Bereits erteilte Bewilligungen für Anlässe mit mehr als 1000 Personen würden widerrufen.

An bewilligten Veranstaltungen, die nun aufgrund des Verbots auf maximal 1000 Personen beschränkt werden, müssen die bereits erarbeiteten Schutzkonzepte weiterhin konsequent eingehalten werden, wie die Staatskanzlei in einer Medienmitteilung schrieb.

Dass sich die Fallzahlen seit Anfang Oktober derart sprunghaft entwickelt hätten, stelle die Gesundheitsversorgung auch im Kanton Solothurn vor neue Herausforderungen, namentlich bei der Pflege hospitalisierter Covid-19-Patienten und beim Contact Tracing. Die Rückverfolgung sei gerade bei grösseren Veranstaltungen besonders gefordert.

Innerrhoder Finanzdirektor hat sich mit Coronavirus angesteckt

Der Appenzell Innerrhoder Säckelmeister (Finanzdirektor) Ruedi Eberle (SVP) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Er befindet sich in Selbstisolation, wie die Innerrhoder Ratskanzlei am Freitag mitteilte.

Bei Eberle hätten sich am Donnerstag leichte Symptome der Covid-Erkrankung gezeigt, heisst es. Darauf habe er die Sache abklären lassen. Leider habe der Test ergeben, dass sich Eberle mit dem Virus angesteckt habe. Die Standeskommission (Regierung) wünschte ihm gute Besserung.

Personen, die in den vergangenen Tagen mit Eberle Kontakte ohne den Einsatz von Masken und mit weniger als 1,5 Meter Abstand hatten, wurden informiert und in Quarantäne geschickt. Nicht betroffen davon sind die übrigen Mitglieder der Standeskommission. Sie hatten mit Eberle keine kritischen Kontakte.

Hat sich nach einem positiven Corona-Test in Selbstisolation begeben: Innerrhoder Finanzdirektor Ruedi Eberle.
Hat sich nach einem positiven Corona-Test in Selbstisolation begeben: Innerrhoder Finanzdirektor Ruedi Eberle.
Foto: Keystone
Zürich verzichtet auf Alleingang

Der Zürcher Regierungsrat hat angekündigt, die neuen Massnahmen des Bundesrates zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie konsequent umzusetzen. Darüber hinaus will er vorläufig aber keine weiteren Massnahmen ergreifen.

Die Lage sei ernst, sagte Regierungspräsidentin Silvia Steiner am Freitag vor den Medien. Der Zürcher Regierungsrat begrüsse die neuen Massnahmen des Bundesrates und wolle diese konsequent vollziehen.

Haben die Öffentlichkeit über die Lage im Kanton Zürich informiert: Die Zürcher Regierungspräsidentin Silvia Steiner (Mitte), Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (hinten) und Sicherheitsdirektor Mario Fehr (vorne). (23. Oktober 2020)
Haben die Öffentlichkeit über die Lage im Kanton Zürich informiert: Die Zürcher Regierungspräsidentin Silvia Steiner (Mitte), Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (hinten) und Sicherheitsdirektor Mario Fehr (vorne). (23. Oktober 2020)

Der Regierungsrat wolle aber zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Massnahmen ergreifen. Stattdessen soll abgewartet werden, wie sich die neuen Massnahmen auswirkten, und was der Bundesrat nächste Woche beschliesse.

Das Contact Tracing im Kanton Zürich soll weiter ausgebaut werden. Derzeit seien rund 350 Tracer ausgebildet und in zwei Schichten zu je 70 Personen im Einsatz. Aufgrund der stark steigenden Fallzahlen sei zuletzt auch in der Nacht gearbeitet worden. Lesen Sie mehr dazu: «Wir setzen auf konsequente Umsetzung der bisherigen Massnahmen»

Freiburg verschärft Corona-Massnahmen

Der Kanton Freiburg verschärft die Corona-Massnahmen deutlich: Versammlungen von mehr als zehn Personen im öffentlichen Raum sind neu verboten.

Das gab Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre (SP) am Freitag vor den Medien bekannt. Als Beispiele nannte sie Plätze und Spielplätze, Promenaden, Trottoirs und Wege. Das Verbot tritt wie alle anderen Massnahmen am Freitag um 23 Uhr in Kraft und gilt vorerst bis Ende November.

Das gilt auch für weitere Verschärfungen, darunter die Schliessung von Discos, Casinos und Spielsalons. Für alle übrigen öffentlichen Gaststätten gilt Sperrstunde 23 Uhr. Maximal vier Personen dürfen im Restaurant am selben Tisch sitzen, es sei denn, die Gäste leben im selben Haushalt.

Die Ausübung von Sportarten mit Körperkontakt wird verboten. Darunter fällt etwa Fussball, Eishockey und Tanz. Profi-Spiele bleiben erlaubt, doch gilt neu wieder eine Obergrenze von 1000 Zuschauern.

Auf Märkten und Messen gilt auch draussen eine Maskenpflicht. An Spitälern und Pflegeheimen werden Besuche streng begrenzt. Die Hochschulen sollen Vorlesungen und Gruppenseminare in der Regel im Fernunterricht durchführen.

Kanton Jura führt Sperrstunde ein und verbietet Mannschaftssport

Wegen stark ansteigender Hospitalisierungszahlen verschärft die jurassische Regierung ihre Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus: Bars, Clubs und Fitnesscenter werden für drei Wochen vollständig geschlossen. Zudem sind Treffen mit mehr als 15 Personen in öffentlichen und privaten Räumen verboten.

Auch gilt ein Verbot von Mannschafts- und Kontaktsportarten sowie Chorproben, wie die jurassische Regierung am Freitag mitteilte. Restaurants und Cafés dürfen nur noch bis 22 Uhr geöffnet haben und es dürfen nicht mehr als vier Personen an einem Tisch sitzen.

Die Maskenpflicht wird im Kanton Jura ausgeweitet. Neu ist das Tragen einer Maske an Arbeitsplätzen der öffentlichen Verwaltung und von privaten Unternehmen jederzeit obligatorisch.

Die Regierung begründet die verschärften Massnahmen in ihrer Mitteilung unter anderem damit, dass sich die Zahl der Spitaleinweisungen wegen Covid-19 innerhalb einer Woche fast verfünfacht hat.

Die Massnahmen gelten ab Freitag, 17.00 Uhr und bis zum 15. November. Der Kanton Wallis hatte am Mittwoch ähnliche Massnahmen beschlossen.

sda/reuters/red

6632 Kommentare
    Ernst Tschumi

    Ich habe fast keine Politiker in Interviews oder Pressekonferenzen gesehen, die korrekt mit der Maske umgehen. Meistens wird die Maske abgezogen, in den Hosen- oder Jackensack gesteckt und die gleiche Maske angezogen. Eine Frau Sommaruga, die heute ins Inselspital geht mit einer unnützen Hygienemaske. Solche Politiker wollen uns vorschreiben, dass wir im Freien und im Sport Masken tragen müssen.