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Sportzentrum FrutigenHallenbad wird wegen «Totalschaden» vorzeitig saniert

Weil sich das Problem mit den losen Plättli verschärft hat, muss das Hallenbad noch früher als geplant saniert werden – schon nächste Woche gehts los.

Bisher konnten die Schäden in den Schwimmbadbecken jeweils bei der jährlichen Revision behoben werden.
Bisher konnten die Schäden in den Schwimmbadbecken jeweils bei der jährlichen Revision behoben werden.
Foto: Nik Sarbach

Das Problem ist seit längerem bekannt: Im Hallenbad Frutigen lösen sich immer wieder Plättli ab. Anfänglich waren die Schäden noch mit regelmässigen Reparaturen zu beheben, doch unterdessen ist klar, dass der Ursache nicht mit Flickarbeiten beizukommen ist.

So hat ein externes Gutachten ergeben, dass beim Neubau des Hallenbads nach dem Brand von Juni 2006 grundlegende Konstruktionsfehler begangen wurden: Die Plättli halten die saisonalen Temperaturschwankungen nicht aus und platzen immer wieder ab.

Der Verwaltungsrat der Sportzentrum Frutigen AG sah sich deshalb genötigt, eine Komplettsanierung der Becken in Angriff zu nehmen. Diese war ursprünglich für die Sommersaison 2021 angesetzt. Denn im Sommer, wenn das Freibad geöffnet ist, würde die Schliessung des Hallenbades kaum ins Gewicht fallen.

Sanierung vorgezogen

Wie der «Frutigländer» berichtet, beginnen die Arbeiten nun aber bereits nächste Woche. Das Problem habe sich dermassen zugespitzt, dass die Sanierung vorgezogen werden müsse, sagt VR-Präsident Martin Allenbach auf Anfrage: «Das ist mittlerweile so weit eskaliert, dass wir von einem Totalschaden sprechen müssen.» Über ein Drittel der Plättli hätten bereits herausgerissen werden müssen. «Wir hätten die Sanierung nicht noch ein Jahr hinauszögern können.»

Das Hallenbad bleibt ab Sonntag für rund vier Monate geschlossen. In dieser Zeit werden die Plättli durch eine Folie ersetzt, welche den Temperaturschwankungen künftig standhalten soll. Damit fällt zumindest der Beginn der Hallenbadsaison buchstäblich ins Wasser. Doch Allenbach zeigt sich zuversichtlich, das Bad vor Weihnachten wieder eröffnen zu können.

AG bleibt auf Kosten sitzen

Die Sanierung kostet die Sportzentrum Frutigen AG rund eine halbe Million Franken. Den Betrag muss sie selber stemmen, da das damals mit der Planung beauftragte Büro für die Fehler nicht mehr haftbar gemacht werden kann – die Fristen, um Baumängel geltend zu machen, sind längst verjährt.

Der Fortbestand der AG sei aber nicht gefährdet, beteuert Martin Allenbach. «Wir konnten das Geld beschaffen, ohne dass unsere übrigen Finanzen belastet werden.» So gewährt beispielsweise die Gemeinde der AG ein zinsloses Darlehen in der Höhe von 100’000 Franken. Ausserdem habe das Unternehmen gewisse Reserven gehabt. «Aber das Geld hätten wir natürlich lieber in eine Attraktivitätssteigerung investiert», sagt Allenbach.

Bereits im Frühling war das Bad wegen des Lockdown mehrere Wochen lang geschlossen. Warum wurden die Becken nicht gleich dann saniert? «Viele Bauteile sind Einzelanfertigungen, die eine gewisse Lieferzeit haben», erklärt der VR-Präsident. «Wenn wir letztes Jahr gewusst hätten, dass wir im Frühling ohnehin schliessen müssen, hätten wir natürlich ganz anders geplant.»

Trotz der ungewöhnlichen Umstände blickt Martin Allenbach optimistisch in die Zukunft. Anlass dazu gibt unter anderem die aktuelle Saison: «Das Freibad wurde diesen Sommer bisher ausgesprochen gut besucht», sagt er, «und zwar sowohl von Einheimischen als auch von Feriengästen.»