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Breitenrains Hingabe belohntHeimstärke de luxe

Was für eine Serie: Breitenrain ist zuhause seit einem Jahr ungeschlagen. Beim 2:1 gegen Nyon wankte der FCB, behielt das bessere Ende dank eines späten Jokertors aber für sich.

Die Breitenrain-Spieler Marco Hurter, Felix Hornung und Nicola Nilovic (von links) feiern zusammen mit den Zuschauern den Sieg gegen Stade Nyonnais.
Die Breitenrain-Spieler Marco Hurter, Felix Hornung und Nicola Nilovic (von links) feiern zusammen mit den Zuschauern den Sieg gegen Stade Nyonnais.
Foto: Andreas Blatter

Mitte der zweiten Halbzeit wankte der FC Breitenrain. Und mit ihm eine herausragende Serie. Seit dem 5. Oktober 2019 hatte der Quartierclub das Spitalackerstadion in der Promotion League nicht mehr als Verlierer verlassen müssen. Nun drohte gegen ein gut aufgelegtes Stade Nyonnais die erste Heimniederlage seit 363 Tagen. «Fighten, fighten», schrie FCB-Coach Martin Lengen nach 70 Minuten beim Stand von 1:1, nachdem gerade die x-te Druckwelle Nyons über die FCB-Abwehr gebraust war.

Kurz darauf reagierte der Trainer auch mit personellen Retuschen, um zumindest den einen Punkt zu retten und die Serie zu wahren. Binnen fünf Minuten wechselte Lengen drei neue Kräfte ein, was sich als kluger Schachzug erwies. Der 46-jährige Ex-Profi stabilisierte das Zentrum, in dem sich in den Minuten davor teils eklatante Löcher offenbart hatten, die Nyon zu schnellen Angriffen durch die Mitte nutzte.

Kastratis Wechselbad der Gefühle

Dass Breitenrain derart unter Druck geriet, war nach den ersten 30 Minuten nicht absehbar. Zu gut, zu griffig und zu spielfreudig waren die Berner gestartet. Schon in der Startminute gelangte der FCB zu einem Penalty, den Artian Kastrati vom gut reagierenden Nyon-Goalie Maxime Brenet abgewehrt sah.

Nach elf Minuten machte der FCB-Stürmer seinen Fehlschuss wieder wett. Schlitzohrig spekulierte der 25-Jährige auf ein Missverständnis in Nyons Abwehr, das prompt fabriziert wurde. Geistesgegenwärtig haute Kastrati den Ball ins halbleere Tor zum 1:0.

FCB-Stürmer Artian Kastrati verschiesst einen Elfmeter in der 1. Minute…
FCB-Stürmer Artian Kastrati verschiesst einen Elfmeter in der 1. Minute…
Foto: Andreas Blatter
…erzielt dann aber kurze Zeit später mit einem satten Schuss das 1:0.
…erzielt dann aber kurze Zeit später mit einem satten Schuss das 1:0.
Foto: Andreas Blatter

Breitenrain hatte alles im Griff, ehe den Gästen wegen einer Tändelei in der FCB-Abwehr und einem damit verbundenen Penalty der Ausgleich in der 35. Minute quasi geschenkt wurde. Erst nach dem 1:1 begannen sich die Verhältnisse zugunsten Nyons zu verschieben. «Nach dem 1:1 riss bei uns der Faden. Aber es spricht für uns, dass wir immer weiter kämpften und daran glaubten, am Schluss doch noch gewinnen zu können», sagte Artian Kastrati.

Konopeks Lucky Punch

Obschon Nyon in der zweiten Halbzeit vifer war, muss dem FCB etwas zugute gehalten werden. Die Akteure hielten in der Defensive dagegen, bildeten eine Einheit und bauten sich mit positiver Körpersprache auf. Als Paradebeispiel sei mit Floriant Zubaku ein Stürmer genannt, der nur relativ wenige Offensivszenen hatte, der mit etlichen Sprints in der Rückwärtsbewegung aber Lücken stopfte und sich in den Dienst der Equipe stellte.

Breitenrains Hingabe wurde kurz vor Schluss belohnt. Wieder war es ein grober Schnitzer, den der FCB nutzte. Der erste Joker, Miran Maksuti, übte Druck auf den Goalie aus, der ausserhalb des Strafraums klären wollte. Er passte den Ball aber direkt in die Füsse des zweiten Jokers Miroslav Konopek, der aufschaute, das leere Tor erblickte, Mass nahm und zum 2:1 traf (85.).

Mit 14 Punkten aus 8 Spielen weist der FCB fast dreimal so viele Punkte auf wie zum gleichen Zeitpunkt in der letzten Saison und mischt an der Spitze mit. «Unser Erfolgsgeheimnis ist, dass wir wirklich super als Teams funktionieren. Keiner nimmt sich zu wichtig und jeder hilft dem anderen auf dem Platz. Es macht Spass in so einem Team zu spielen», erklärte Stürmer Kastrati.

Breitenrain-Trainer Martin Lengen gab seinem Team in der Schlussphase die richtigen Impulse mit auf den Weg.
Breitenrain-Trainer Martin Lengen gab seinem Team in der Schlussphase die richtigen Impulse mit auf den Weg.
Foto: Andreas Blatter