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Blick in fremde Gärten«Ich habe keinen geschläckten Garten»

Sandra Siegenthalers Garten in Münsingen bietet Material für kunstvolle Kreationen. Die Floristin gibt Tipps, wie man aus Blumen und Ästen Kränze zaubert.

Tochter Lea und ihre Mutter Sandra Siegenthaler verweilen gerne im Garten. Etwas mehr Schatten wäre heute aber nicht schlecht.
Tochter Lea und ihre Mutter Sandra Siegenthaler verweilen gerne im Garten. Etwas mehr Schatten wäre heute aber nicht schlecht.
Fotos: Christian Pfander

Das Thermometer zeigt 30 Grad, die Sonne brennt unbarmherzig. Ein Nachmittag wie gemacht, um sich in der Badi abzukühlen. Die 19-jährige Lea aber leistet stattdessen ihrer Mutter Sandra Siegenthaler im Garten Gesellschaft. Schliesslich hat sie ihre Mutter überredet, sich bei dieser Zeitung zu melden, als diese Leserinnen und Leser mit besonderen Gärten suchte. Zu Recht. Denn der Garten der gelernten Floristin in Münsingen ist aussergewöhnlich. Nicht nur wegen der Pflanzen.

Überall gibt es kleine Kunstwerke zu entdecken. Etwa auf der Terrasse: Zwischen Bambus und Ziergras stehen Skulpturen aus Schwemmholz. Sie haben nicht nur dekorativen Zweck. Abends sind sie Lichtquelle, in der Mitte hat es eine Glühbirne. Das Schwemmholz hat Sandra Siegenthaler an Fluss- und Seeufern gesammelt. Auch auf Brocantes findet die 48-Jährige das Rohmaterial für ihre Kreationen. «Wenn ich das Material sehe, komme ich auf die Ideen», sagt sie. Nach Anleitung arbeite sie hingegen selten.

Auf der Terrasse spenden selbst gemachte Lampen aus Schwemmholz Licht.
Auf der Terrasse spenden selbst gemachte Lampen aus Schwemmholz Licht.
Was im Garten wächst wird zu Kränzen verarbeitet. Etwa der Lavendel.
Was im Garten wächst wird zu Kränzen verarbeitet. Etwa der Lavendel.
Zwar gehts hier nicht wirklich zum Strand. Das bemalte Schild verleitet aber zum Träumen.
Zwar gehts hier nicht wirklich zum Strand. Das bemalte Schild verleitet aber zum Träumen.
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Auch bei den Pflanzen braucht Sandra Siegenthaler kein Handbuch. Als gelernte Floristin beherrscht sie das Handwerk. Korkenzieherhasel, Hopfen, Trauerweide, was in Siegenthalers Garten wächst, muss nicht nur draussen gut aussehen. «Ich habe keinen geschläckten Garten», sagt sie. Sie pflanze vor allem das an, was sie schneiden und weiterverwenden könne. Daraus entstehen zu jeder Jahreszeit die passenden Kränze.

Für Farbtupfer sorgen je nach Saison Pfingstrosen, Sonnenblumen oder Zierkürbisse. Kombinieren kann man laut Sandra Siegenthaler nach Lust und Laune. «Nur Blumen, die besonders viel Wasser brauchen, wie Rosen und solche, die besonders wenig Wasser brauchen, wie Tulpen sollte man nicht zusammen verwenden», sagt sie. Die fertigen Gestecke dekorieren ihre Wohnung. Manchmal stellt sie diese auch auf Auftrag her, etwa für Konfirmationen.

Zudem gibt Sandra Siegenthaler ihr Wissen in Kursen weiter. Was die Teilnehmer dort verarbeiten, stammt meist aus ihrem Garten. «Kränze stecken kann jeder lernen», sagt sie. Die Technik dazu könne man in kurzer Zeit vermitteln.

Techniken vermitteln – das macht Sandra Siegenthaler auch in einem ganz anderen Bereich. Hauptberuflich arbeitet die gelernte Floristin heute als Schwimmlehrerin. Bei diesen Temperaturen bestimmt ein Traumjob.

In der Rubrik «Meine Oase» präsentieren Leserinnen und Leser ihre, mit viel Freude und Können gestalteten Gärten und Terrassen.