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MamablogIn Corona-Quarantäne mit der Familie

Jeder kennt nun irgendwen, der in sich in Isolation begeben musste. Unsere Autorin hat nachgefragt, wie befreundete Familien diesen Ausnahmezustand erlebt haben.

Zuschauen, wie die anderen draussen spielen? Für Kleinkinder ist die häusliche Quarantäne schwer zu begreifen.
Zuschauen, wie die anderen draussen spielen? Für Kleinkinder ist die häusliche Quarantäne schwer zu begreifen.
Foto: Getty Images

Anfang Jahr war das Coronavirus Thema Nummer eins und hat unser aller Leben ziemlich auf den Kopf gestellt. Dennoch war es gefühlt ziemlich weit weg: Zwar gab es gelegentliche Verdachtsfälle und Tests in unserer näheren Umgebung, doch am Ende fielen diese glücklicherweise immer negativ aus. Covid war präsent, aber eben doch nicht direkt vor der eigenen Haustüre.

Seit die Zahlen wieder ansteigen, hat sich das schlagartig geändert. Das Virus ist plötzlich näher gerückt und zum ersten Mal musste eine gute Freundin mitsamt Familie in Quarantäne – ihr Vater war an Corona erkrankt, einen Tag nachdem sie bei ihm zu Besuch gewesen waren. Und sie ist nicht die Einzige: Eine zweite Kollegin wartet gerade auf ihr Testresultat, von einer weiteren habe ich gehört, dass sie gleich mehrere Familien kennt, die zurzeit in den eigenen vier Wänden ausharren müssen.

Obwohl meine Freundin und ihre Familie die Quarantäne ohne gesundheitliche Probleme überstanden haben, erzählte sie mir danach, dass die zehn Tage alles andere als einfach gewesen seien. «Wie haben wir das eigentlich im Frühling geschafft?», fragte sie mich, «ich fand schon diese kurze Zeit des Eingesperrtseins unglaublich anstrengend!»

Die anderen leben ihr Leben weiter

An der Schule, die im Frühjahr für den teils chaotischen Fernunterricht ziemlich viel Kritik einstecken musste, lag das allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Lehrer hätten die Ausnahmesituation toll gemeistert, erzählte sie mir. Die beiden Kinder hatten von ihren Lehrern diverse Aufgaben erhalten – eines ganz klassisch via Briefkasten, das andere digital. Eine Lehrerin habe zudem extra angerufen, um dem Kind alles genau zu erklären. Eine Teilnahme am regulären Unterricht via Videocall sei aber aus Datenschutzgründen leider nicht möglich gewesen. «So haben die zwei dann ziemlich selbständig gelernt, wobei die Jüngere mich alle fünf Minuten irgendetwas gefragt hat, was das Arbeiten natürlich nicht einfacher gemacht hat.»

Während vor ein paar Monaten das ganze Land im Lockdown sass und wir alle vor denselben Herausforderungen standen, muss man sich im Verdachtsfall heute alleine in die Quarantäne zurückziehen und dabei zuschauen, wie die anderen ihr Leben weiterleben. Nicht einfach. Meine Freundin sah dies allerdings nicht nur als Nachteil: «Es waren alle rundherum mega lieb und hilfsbereit, jemand brachte mir sogar einen riesigen Quarantäne-Korb vorbei.» Die Kinder 24 Stunden am Tag im Haus zu behalten, während alle anderen draussen herumrennen, sei aber definitiv mühsam gewesen – «zum Glück haben wir einen grossen Balkon!».

Vorbei mit der Planungssicherheit

Für die Kinder finde ich die momentane Situation denn auch am Unangenehmsten. Sie müssen zwar in der Primarschule (noch) keine Masken tragen und dürfen wieder ganz normal draussen mit ihren Freunden spielen. Aber dieses «Sicher ist nur, dass nichts sicher ist» ist gerade für die Jüngeren nicht einfach zu verstehen. Uns Erwachsene mag die Planungsunsicherheit nerven, die Kleinen kann sie regelrecht stressen, da sie bekanntlich feste Rituale mögen und sich manchmal ziemlich überfahren fühlen, wenn Pläne von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt werden.

So frage ich mich bisweilen, wie ich mich nun am besten verhalten soll, wenn es um Pläne wie eine anstehende Kinderparty, das Schul-Schwimmlager oder die seit einer Ewigkeit gebuchten Skiferien geht. Soll man sich als Eltern mit dem Kind darauf freuen und ganz optimistisch davon ausgehen, dass alles wie geplant stattfinden kann? Oder tut man gut daran, vorsorglich zu erwähnen, dass man im 2020 nie weiss, wie die Situation in zwei, drei Wochen aussehen wird, damit das Kind im Fall einer Absage nicht zu enttäuscht sein wird?

Wie handhaben Sie das? Und sorgen Sie als Eltern sich vor einer möglichen Quarantäne oder gar einem weiteren Lockdown mit Fernunterricht? Oder gehen Sie mit der neuen Realität ganz entspannt um? Schreiben Sie uns in der Kommentarspalte.

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19 Kommentare
    Astrid Meier

    Ich kenne nur eine Person, die in Quarantäne musste: einen Engländer, nach der Rückreise aus der Schweiz. Allerdings werden die Quarantänen dort nicht überprüft. Ansonsten niemand der krank wurde, keine Meldung via App, keine Quarantäne, keine Angst vor dem Virus im ganzen Bekanntenkreis.