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Wahl in DublinIrland hat einen neuen Premierminister

Das Parlament hat den bürgerlichen Micheál Martin als Regierungschef gewählt. Er wird damit eine Koalition aus bürgerlichen und Grünen anführen.

Das irische Parlament hat Micheál Martin von der bürgerlichen Partei Fianna Fail zum neuen Regierungschef gewählt. Er führt künftig eine Koalition mit der ebenfalls bürgerlichen Fine Gael und den irischen Grünen an.
Das irische Parlament hat Micheál Martin von der bürgerlichen Partei Fianna Fail zum neuen Regierungschef gewählt. Er führt künftig eine Koalition mit der ebenfalls bürgerlichen Fine Gael und den irischen Grünen an.
Foto: Niall Carson/Keystone

Das irische Parlament hat am Samstag einen neuen Regierungschef gewählt. Micheál Martin von der bürgerlichen Partei Fianna Fail führt künftig eine Koalition mit der ebenfalls bürgerlichen Fine Gael und den irischen Grünen an.

Die Abstimmung fand wegen der Abstandsregeln in der Coronavirus-Pandemie nicht im Parlamentsgebäude in Dublin, sondern in einem Konferenzzentrum statt. In seiner Antrittsrede versprach Martin, den Kampf gegen das Virus in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen.

Die Bildung der bürgerliche-grünen Koalitionsregierung in Irland gilt als historisch. Bislang hatten sich Fine Gael und Fianna Fail stets in der Regierung abgewechselt. Der bisherige Premier Leo Varadkar von Fine Gael sprach vom Ende eines Bürgerkriegs im Parlament zwischen den beiden konservativen Parteien. Ende 2022 soll das Amt des Regierungschefs zurückgehen an Varadkar, der solange den Posten des Vize-Regierungschefs einnimmt.

Die Wahl fand wegen der Corona-Pandemie nicht im Parlamentsgebäude in Dublin statt.
Die Wahl fand wegen der Corona-Pandemie nicht im Parlamentsgebäude in Dublin statt.
Foto: Artur Widak/Getty Images

Grösste Oppositionspartei wird damit die linksgerichtete Sinn Fein unter der Führung von Mary Lou McDonald. Die Partei hatte bei der Wahl im Februar einen Überraschungserfolg erzielt und damit die politische Landschaft verändert.

Sinn Fein spielte lange Zeit in der Republik Irland keine ernstzunehmende Rolle, sondern galt als politischer Arm der Untergrundorganisation IRA. Die IRA kämpfte in dem zu Grossbritannien gehörenden Nordirland mit Waffengewalt für eine Vereinigung der beiden Teile Irlands. Der blutige Konflikt mit Tausenden Toten endete erst 1998 mit dem als Karfreitagsabkommen bezeichneten Friedensschluss.

Sinn Fein hat der Gewalt abgeschworen. Trotzdem wird sie in Teilen der irischen und britischen Gesellschaft noch immer mit Skepsis betrachtet. Die Partei fordert noch immer den Zusammenschluss der beiden Teile Irlands. Gepunktet bei der Wahl im Februar hatte die Partei aber eher mit ihren sozialpolitischen Forderungen.

oli/sda

2 Kommentare
    Hemmi Hans

    In Irland regieren die Wahlverlierer um die ungeliebten Sieger fernzuhalten. Das ist keine Koalition für Irland, sondern nur gegen Sinn Fein. Auch eine Spielart von Demokratie. Die Frage ist nur ob das die Sieger auch so sehen und ob dies dem Zusammenleben förderlich ist?