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Peinlicher FehlerJournalist hackt Treffen von EU-Verteidigungsministern

Die holländische Ministerin veröffentlicht auf Twitter ein Foto des Treffens – inklusive Hinweis auf den geheimen Zugangscode. Für Landsmann Daniel Verlaan ist es danach ein Kinderspiel, sich an den virtuellen Verhandlungstisch zu setzen.

Alle Minister auf einem Bildschirm: Das nun gelöschte Foto mit der Login-Adresse und einem Teil des Pincodes (geschwärzt).
Alle Minister auf einem Bildschirm: Das nun gelöschte Foto mit der Login-Adresse und einem Teil des Pincodes (geschwärzt).
Foto: Twitter/Daniel Verlaan

Ein niederländischer Journalist hat ein Video-Treffen der EU-Verteidigungsminister gehackt und so eine peinliche Sicherheitslücke ans Licht gebracht. Dem Journalisten Daniel Verlaan war es am Freitag relativ simpel gelungen, an dem Ministertreffen teilzunehmen, wie der TV-Sender Rtl mitteilte.

Die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld hatte über Twitter ein Foto von ihrer Teilnahme an dem Online-Treffen veröffentlichen lassen. Einem aufmerksamen Leser aber war aufgefallen, dass auf dem Foto fünf der sechs Ziffern des geheimen Zugangscodes für das Treffen zu lesen waren. Er gab daraufhin dem Sender einen Tipp. Die letzte Zahl war dann schnell gefunden und Verlaan sass am virtuellen Verhandlungstisch.

Er schlich sich an den Verhandlungstisch: Daniel Verlaan.
Er schlich sich an den Verhandlungstisch: Daniel Verlaan.
Bild: Twitter/Daniel Verlaan

EU-Aussenbeauftragter Josep Borrell hatte den neuen Teilnehmer der Runde verblüfft gefragt, wer er denn sei. «Ich bin ein Journalist aus den Niederlanden», stellte dieser sich den 27 EU-Verteidigungsministern vor. «Sie wissen, dass Sie an einem geheimen Treffen des Rates teilnehmen?», habe Borrell noch gefragt. Daraufhin hatte Verlaan sich nach eigenen Angaben für die Störung entschuldigt und die Sitzung wieder verlassen. Das Intermezzo habe nur wenige Minuten gedauert.

Ministerpräsident Mark Rutte war nicht erfreut. «Das zeigt mal wieder, dass Minister einsehen müssen, wie vorsichtig man mit Twitter sein muss», sagte er in Den Haag. Das Verteidigungsministerium sprach von einem «dummen Fehler». Das Foto mit dem Zugangscode sei schnell entfernt worden. Die Ministerin ist zur Zeit in Heim-Quarantäne und wollte mit dem Foto deutlich machen, dass sie auch zu Hause am Küchentisch aktiv ist.

SDA

12 Kommentare
    Wolfgang Blanck

    Hätte sich als Cassis ausgeben und den Rahmenvertrag gutheissen sollen...