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Bundesrat setzt Entscheid durchNun müssen auch die Oberländer Skigebiete schliessen

Einige Skigebiete im Berner Oberland blieben am Samstag trotz Anweisungen des Bundesrates geöffnet. Nun ist aber auch dort definitiv Schluss.

Am Samstag verkehrt die Bahn aufs Jungfraujoch vorerst zum letzten Mal. (Archivbild)
Am Samstag verkehrt die Bahn aufs Jungfraujoch vorerst zum letzten Mal. (Archivbild)
Foto: zvg

Nun müssen auch die Oberländer Skigebiete den Betrieb einstellen: «Aufgrund der aktuellen Situation in Bezug auf das Coronavirus schliessen die Jungfraubahnen ab 15.03.2020 bis vorläufig Ende April alle Wintersportanlagen, Ausflugsbahnen und Ausflugsberge», schreiben die Betreiber am Samstagmittag. Der Bahnbetrieb aufs Jungfraujoch wird also bis auf weiteres ebenfalls eingestellt

Auch die Skigebiete Adelboden-Lenk, Gstaad-Saanenland und Mürren-Schilthorn beenden die Saison am Samstagabend.

Noch am Freitag verkündeten die Jungfraubahnen auf ihrer Website in grossen Lettern: «Wir haben geöffnet!» Dies, obwohl Bundesrat Alain Berset wenige Stunden zuvor an einer Medienkonferenz unmissverständlich verkündet hatte, die neuen Massnahmen gegen das Coronavirus würden das Saisonende für alle Schweizer Skigebiete bedeuten.

Berset musste ein Machtwort sprechen

«Skigebiete, die heute offen sind, befinden sich in der Illegalität», sagte der Gesundheitsminister am Samstagmorgen in der SRF-Samstagsrundschau. Und weiter: «Ich fordere sie auf, sofort zu schliessen.»

«Die beschlossenen Massnahmen gelten auch für Freizeitbetriebe wie Skigebiete.»

Aus einer Mitteilung des Bundesamts für Gesundheit

Dass einige Berner Oberländer Skigebiete am Samstag trotz bundesrätlicher Massnahmen öffnen konnten, geht auf den Regierungsrat des Kantons Bern zurück. «In der Verordnung des Bundesrats werden Bergbahnen nicht erwähnt. Unsere Lesart ist deshalb, dass sie derzeit noch geöffnet bleiben dürfen», sagte Regierungspräsident Christoph Ammann am Freitag vor den Medien. Schliesslich sei Social Distancing auf den Skipisten möglich.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) versendete daraufhin am Samstag eine unmissverständliche Mitteilung. Darin heisst es: «Da die Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) bezüglich Skigebiete in den Kantonen unterschiedlich ausgelegt wird, hält das Bundesamt für Gesundheit fest: die beschlossenen Massnahmen gelten auch für Freizeitbetriebe wie Skigebiete.»

Ammann bedauert Verwirrung

In einem Communiqué des Kantons vom Samstagnachmittag heisst es, Regierungspräsident Christoph Ammann bedaure im Namen des Regierungsrats die uneinheitliche Regelung bezüglich der Öffnung der Schweizer Skigebiete und die damit verbundenen Irritationen. «Die Umsetzungsvorgaben hatten sich gestern Freitag aus der kurzfristigen, teilweise auch parallelen Behördeninformation auf Bundes- und Kantonstufe ergeben», heisst es in der Mitteilung. (Lesen Sie hier, was Regierungspräsident Christoph Ammann zur Sonderregelung bei den Berner Skigebieten sagt.)

chh

13 Kommentare
    Facchinetti

    Da haben sie recht , die haben und möchten in allem nur Sonderrechte ,denke da an die PAUSCHALBESTEUERUNG, streichen sollte man einmal diese Sonderbehandlungen