Kann ich auf dem Dienstaltersgeschenk beharren?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Kündigung.

Ob ein Dienstaltersgeschenk obligatorisch ist, kommt auf die Formulierung im Reglement an.

Ob ein Dienstaltersgeschenk obligatorisch ist, kommt auf die Formulierung im Reglement an.

Andrea Fischer@tagesanzeiger

Kurz nach meinem 20-Jahre-Dienstjubiläum habe ich die Kündigung per Ende Juni erhalten. Als ich angefangen habe, gab es eine Regelung über Dienst­altersgeschenke; ich besitze davon noch eine Kopie. Darin steht, dass Mitarbeitende nach 20 Dienstjahren eine Uhr im Wert von 2000 Franken bekommen. Dies ist meines Wissens seither nie ­geändert und auch nicht aufgehoben worden. Doch in der heutigen Geschäftsleitung will niemand etwas davon wissen. Kann ich das Geschenk trotzdem einfordern?

Das kommt sehr auf die Formulierung im Reglement an. Dienstaltersgeschenke können sowohl als freiwillige Leistung wie auch als vertraglicher Anspruch konzipiert sein. Wenn im erwähnten Reglement steht, dass Mitarbeitende das Geschenk unabhängig von weiteren Voraussetzungen nach 20 Jahren zugute haben, dann können Sie dieses auch einfordern.

Eine solche vertragliche Vereinbarung kann nicht einfach einseitig abgeändert oder aufgehoben werden, ohne dass die Mitarbeitenden davon erfahren und zustimmen. Dass die Geschäftsleitung die Regelung nicht kennt, genügt nicht, um Ihnen die Leistung zu verweigern. Dazu müsste sie nachweisen können, dass die Regelung rechtsgültig aufgehoben wurde.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

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