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Kniestütze stört nicht

Sanna Lüdi, die Berner Skicrosserin wurde gestern 24-jährig.

Ich bin es gewohnt, meinen Geburtstag an einem Wettkampfort zu feiern. Doch am Geburtstag im olympischen Dorf aufzuwachen und die vielen fröhlichen Gesichter anderer Athleten zu sehen, ist schon etwas Spezielles. Ein grosses Fest ist nicht geplant, aber ich werde mir noch die Stadt ansehen. Im Gegensatz zu den anderen aus dem Team kam ich erst am Montagabend in Vancouver an.

Anfang Januar kollidierte ich in Les Contamines im Weltcup mit einer Konkurrentin. Das Innenband im rechten Knie wurde in Mitleidenschaft gezogen; der französische Arzt sagte mir, ich würde rund sechs Monate ausfallen. Ich war am Boden zerstört. Glücklicherweise kam der Arzt von Swiss Olympic zu einem anderen Ergebnis. Vor einer Woche wagte ich mich in den Pulverschnee, und am letzten Samstag unterzog ich mich in Davos an einem Europacup-Rennen einem Belastungstest – und jetzt bin ich hier und sauge die Olympiaatmosphäre ein. Im Athletendorf läuft auf Grund der unterschiedlichen Wettkampf- und Trainingszeiten 24 Stunden etwas – es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Ich empfinde es als riesige «Chill»-Zone.

Ich war früher Alpinfahrerin und bestritt auch einige Europacup-Rennen. Die Abfahrt war meine Lieblingsdisziplin – wegen der Sprünge. Doch Skicross behagt mir besser; wir springen mehr und erst noch höher. Zudem gibt es mir einen Kick, zu viert am Start zu stehen. Solche Adrenalinschübe hatte ich im alpinen Skisport nie.

Auf Grund der Verletzung muss ich momentan eine orthopädische Kniestütze tragen. Sie stört mich zwar ein wenig beim Gehen und im Kraftraum, aber auf den Ski wirken so starke Kräfte, dass ich sie gar nicht spüre. Daher ändert die Knieverletzung nichts an meinem Ziel, hier eine Medaille zu gewinnen. Am Dienstag sah ich mir in Cypress Mountain den Snowboardcross der Frauen an – das war inspirierend, denn wir werden das Rennen auf der gleichen Strecke absolvieren.

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