Zum Hauptinhalt springen

Ästhetik der schwarzen Tafel

YB siegt, Dollar fällt: Teletext vermittelt seit 31 Jahren News auf 24 Zeilen à 39 Zeichen. Jetzt entdecken Künstler die archaische Schönheit des Mediums: Morgen startet das Teletext Art Festival.

Die meistverbreitete Spezies im Land ist der 300er-Typ. Auf Teletext konsultiert er das Fernsehprogramm, Pagina 300 und folgende. Nach ihm kommt der 101er-Typ (Nachrichten), es folgt der 180er (Sport), knapp vor dem 150er (Wetter). Das zeigt die Liste der meistgenutzten Seiten der Schweizerischen Teletext AG.

Jeden Tag nutzen 800'000 Menschen in der Schweiz Teletext – das sind knapp 100'000 mehr, als den «Blick» lesen, und etwa viermal so viele, wie «Glanz &Gloria» im Schweizer Fernsehen im Schnitt schauen. Dabei kann Teletext fast nichts – und gerade deshalb alles. Die Knappheit der Informationen und der Retrolook machen die ungebrochene Faszination dieses Mediums aus: YB gewinnt mal wieder, morgen schneit es, die Swatch-Aktie steigt. Konvergenz von Text, Bild, Ton? N’existe pas. Kein Schnickschnack, keine Pop-ups. Alles ist noch wie 1983, als in der Schweiz erstmals Teletextseiten mit dem Fernsehbild übermittelt wurden. Im Zeitalter von Smartphone und Co, in dem alle Informationen immer und überall verfügbar sind, ist das: eine Wohltat.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.