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Das Alphabet des Lichts

Das Kunstmuseum Luzern zeigt Architekturfotografien des Mailänders Gabriele Basilico. Die Schau ist eine Meditation in Schwarzweiss.

Licht aus, Scheinwerfer an – hier steht die Stadt: auf der Bühne des Raums von Gabriele Basilico (1944–2013). Sein Licht ist schattenlos, und gebadet in der Sonne, die die Architektur aus einem spitzen Winkel bescheint, treten auf: Industriequartiere, Häfen, Hinterhöfe, Transitzonen.

Doch in welcher Metropole sind wir hier, wenn auf den grossen Veduten Orientierungshilfen, wenn typische Wahrzeichen fehlen? Gehört die planlos zerstückelte Peripherie zu Istanbul 2005 oder zu Shanghai 2010? Befinden sich die verwundeten, zerschlissenen Häuser, Strassen, Plätze in Glasgow 1969 oder doch in Beirut 1991? Und könnte das vom Krieg geschundene Beirut nicht das Berlin der Stunde null, nach dem Zweiten Weltkrieg sein? Woher stammen die universalen Analogien? Was ist eine Stadt? Im Falle von Gabriele Basilico lautet die Antwort: Stadt ist unser Bedürfnis nach formaler Interpretation und ästhetischer Übersetzung von Welt.

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