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Die Poesie der Lasten

Pier Luigi Nervi schuf mit seinen Tragwerken monumentale Architektur. Nun zeigt eine eindrückliche Ausstellung an der ETH die Gebäude des italienischen Ingenieurs. Dabei bleibt das Genie merkwürdig blass.

Er verband Baukunst und Ingenieurwesen wie kein Zweiter: Pier Luigi Nervi (1891–1979) unter dem Viadukt Corso Francia in Rom (ca. 1960).
Er verband Baukunst und Ingenieurwesen wie kein Zweiter: Pier Luigi Nervi (1891–1979) unter dem Viadukt Corso Francia in Rom (ca. 1960).
Oscar Savio (Pier Luigi Nervi Project, Brüssel)
Nervi beherrschte den Beton so sehr, dass er ihn in Formen giessen konnte, von denen andere nur träumten: Flugzeughangar Orbetello aus den 30er-Jahren.
Nervi beherrschte den Beton so sehr, dass er ihn in Formen giessen konnte, von denen andere nur träumten: Flugzeughangar Orbetello aus den 30er-Jahren.
Pier Luigi Nervi Project, Brüssel
Am Modell lotete Nervi die Grenzen aus, um zu sehen, was in der Wirklichkeit funktioniert: Ausstellungszentrum Torino Esposizioni (1948).
Am Modell lotete Nervi die Grenzen aus, um zu sehen, was in der Wirklichkeit funktioniert: Ausstellungszentrum Torino Esposizioni (1948).
Mario Carrieri (Pier Luigi Nervi Project, Brüssel)
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Nirgends ist Beton leichter. Die Tragkonstruktion verankert ein Bauwerk im Boden, bei Pier Luigi Nervi bringt sie es zum Fliegen. Fast könnte man meinen, der italienische Bauingenieur stehe über den Gesetzen der Physik. Die Stützen giesst Nervi zu Skulpturen, Träger werden zum Ornament, die Rippendecken schwingen als grazile Kuppeln über dem Kopf. Seine Statik trägt nicht nur die Lasten, sondern den ganzen Entwurf.

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