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Insel aus Glas im Kaspischen Meer

Das dänische Architekturbüro «Big» soll eine ganze Insel im Kaspischen Meer überbauen. Geplant sind auch sieben künstliche Berge.

Wer sich für junge, unkonventionelle und überraschende Architektur interessiert, stösst schnell einmal auf das dänische Acrhitekturbüro «Big». Es baut Hochhäuser, die aussehen wie gigantische Sitzgelegenheiten. Oder stellen Alpengipfel auf die Elbe. Dabei handelt es sich um den Architekten Bjarke Ingels und eine Gruppe von «85 verschiedenen Architekten, Designern, Bauherren und Denkern, die irgendwo im Spannungsfeld von Architektur, Urbanismus, Forschung und Entwicklung» tätig sind, wie es auf der Homepage des Büros heisst. Das Gehirn der Gruppe ist Ingels.

Neben der unorthodoxen Ideen und der ikonographischen Architektur, beeidnruckt «Big» durch die Verbindung von Eleganz und Humor. Das zeigt sich etwa in den so witzigen wie unkonventionellen Projektpräsentationen. Beispielsweise präsentierte Ingels im Februar dieses Jahres sein Büro, anlässlich der ersten grossen Einzelausstellung in Kopenhagen, mit einer Rede, die alles beinhaltete, was sich auch Architekturlaien wünschen. Bei der Eröffnung sprach Ingels über die Arbeit des Büros und die Evolution der Ideen, die anhand eines eigens dazu designten Comics mit dem Titel «Yes is more» dargelegt werden.

Autonomes Ökosystem

Anhand des Titels erklärt Ingels, wie «Big» seine Ideen aus Adaption und Improvisation gewännen. So habe sich «Yes is more» aus den Mottos ihrer Vorbilder entwickelt. Zum Beispiel Mies van der Rohes Dictum «Less is more», das die modernistische Revolution ausgelöst habe. Gefolgt von Robert Venturis Claim «Less is a bore». Darauf habe Philippe Johnson Promiskuität und Offenheit propagiert mit dem Motto: «I’m a Whore». Dann kam Obama mit seinem optimistischen Wahlspruch: «Yes we can». Woraus Big «Yes is more» machte, sich dagegen aussprechend, dass Avantgarde negativ definiert werden muss.

Doch «Big» machen nicht nur Ausstellungen, sondern auch spektakuläre Projekte. Zu reden gibt beispielsweise das megalomanische Vorhaben namens «Zira Zero Island». Dabei geht es um einen Masterplan für eine 1'000'000 m2 umfassende Insel, ein karges Eiland im kaspischen Meer, das überbaut, ja sogar neu gebaut werden soll. Wobei der ganze Bau als autonomes Ökosystem funktionieren und ohne externe Energiezufuhr auskommen wird. Aber nicht nur das: die Architektur will zugleich noch die zugrunde liegende, spektakuläre Berglandschaft imitieren, ein Prinzip, mit dem «Big» immer wieder arbeiten.

Auf Architekturwebsiten wird darüber gerätselt, ob dieses gigantische Projekt wohl je gebaut werden wird – oder ob es sich dabei bloss um einen Marketing-Gag des Büros handelt. Denkbar wäre es, schliesslich gilt Ingels als «lustigster Konzeptkünstler der zeitgenössischen Architektur.» Falls dem so wäre, hätte die Idee ihre Wirkung jedenfalls nicht verfehlt. Ansonsten wird Asarbeidschan wohl bald das spektakulärste Bauprojekt der Welt beheimaten.

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