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«Zimmer 100» wird verkauft

Eine Legende steht zum Verkauf: Das New Yorker Künstlerhotel Chelsea, Herberge der Bohème seit über 100 Jahren und Ort mancher Skandale, sucht einen neuen Besitzer.

Imposantes Gebäude: Das Hotel Chelsea prägt den Strassenzug.
Imposantes Gebäude: Das Hotel Chelsea prägt den Strassenzug.
AFP
Charakteristische Fassade: das Backsteingebäude.
Charakteristische Fassade: das Backsteingebäude.
AFP
Soll seine Freundin im Chelsea erstochen haben: Bassist Sid Vicious von den Sex Pistols.
Soll seine Freundin im Chelsea erstochen haben: Bassist Sid Vicious von den Sex Pistols.
AFP
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Generationen von Kulturschaffenden fanden in dem zwölfgeschossigen Backsteinbau des Hotels Chelsea in New York Unterkunft und Inspiration. Hier wohnten etwa Bob Dylan, Patti Smith, Jimi Hendrix und Jim Morrison, Andy Warhol ebenso wie Arthur Miller und Eugene O'Neill. Die kreativen Gäste verewigten das Haus mit den schmiedeeisernen Balkonen und dem spektakulären Treppenhaus in Songs und Bildern, Büchern und Filmen.

Auch Dramen spielten sich hier ab: Der Dichter Dylan Thomas fiel 1953 im Chelsea ins alkoholische Koma. Sid Vicious von den Sex Pistols soll 1978 in Zimmer 100 im Drogenrausch seine Freundin Nancy Spungen erstochen haben - Monate später starb er selbst an einer Überdosis.

Bis 1899 das höchste Gebäude von New York

Das Baudenkmal wurde 1883 als eines der ersten Appartement-Genossenschaften der Stadt errichtet und rühmt sich, bis 1899 das höchste Gebäude von New York gewesen zu sein. Seit 1905 dient es als Hotel. Heute hat es 125 Zimmer zu Preisen ab 189 Dollar die Nacht und 101 Wohneinheiten für Dauergäste.

Nun haben die Familien, denen es seit 65 Jahren gehört, den Verkauf beschlossen. Miteigentümer Paul Brounstein trat Befürchtungen entgegen, mit dem Ruf des Chelsea als Spielwiese der Kreativen und Exzentriker könnte es bald vorbei sein.

Das Hotel werde immer ein Ort der Kreativität und der Kunst bleiben, versicherte er: «Das macht es so besonders.» Nichts werde das jemals ändern können. Die Mieter wissen noch nicht, was auf sie zukommt.

Wohnung von Grace Jones

«Wir haben noch keine Vorstellung», sagt der Fotograf Zev Greenfield, der seit 1974 im Chelsea wohnt. In einem Schreiben sei mitgeteilt worden, dass sich so schnell nichts ändern werde.

«Das ist eine tolle Gemeinschaft hier», findet Brian Bothwell, der das Apartment bewohnt, in dem in den 60er Jahren Leonard Cohen und in den 80ern Grace Jones wohnten. «Leonard-Cohen-Fans klopfen bei mir an und wollen meine Wohnung besichtigen», erzählt er: «Das Schlafzimmer wollen sie sehen.»

(SDA)

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