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Befangener Nobelpreis-Juror?

Ein Jurymitglied ziehe als Übersetzer von Literatur-Nobelpreisträger Mo Yan Vorteile aus der Preisvergabe, monieren schwedische Medien.

Sein schwedischer Übersetzer war in der Jury: Nobelpreisträger Mo Yan.
Sein schwedischer Übersetzer war in der Jury: Nobelpreisträger Mo Yan.

Eine Woche nach Bekanntgabe der Entscheidung wies der Sprecher der Schwedischen Akademie, Peter Englund, Vorwürfe über angebliche finanzielle Interessen eines Jurors sowie zu politischen Positionen des Preisträgers in scharfer Form zurück.

Er warf den Kritikern am Donnerstag im schwedischen Radiosender SR1 vor, nichts von Mo Yan gelesen zu haben. Deshalb könnten sie nicht literarisch Stellung beziehen und würden auf alle möglichen «Nebenthemen» ausweichen.

In Medienberichten der vergangenen Tage hatte es geheissen, der 88-jährige Juror Göran Malmqvist sei befangen, weil er als Übersetzer von Mo Yan persönliche Vorteile von der Vergabe zu erwarten habe.

In Schweden wie auch international hatten einige Medien und Kommentatoren den Preis kritisiert, weil sie Mo Yan für zu loyal gegenüber der Partei- und Staatsführung in Peking halten. Dazu meinte Englund im Radio: «Dies ist ein literarischer Preis. Wir können es nur so handhaben.» Man dürfe China aber auch nicht einfach in «Regierungstreue» und «Dissidenten» einteilen.

SDA/lmm

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