Zum Hauptinhalt springen

Bern von seiner schönsten Seite

Bern ist eine Diva, die schon millionenfach fotografiert wurde und die sicher ist in ihren Posen. Dafür ist sie berühmt. Alles klar. Doch zwei Fotobücher überraschen.

Blues in Bern. Die Aare als glatt eilender Fluss, am Ufer Häuser der Matte, sie laden ein zum coolen Abend. (Alle Fotos: Christoph Schütz)
Blues in Bern. Die Aare als glatt eilender Fluss, am Ufer Häuser der Matte, sie laden ein zum coolen Abend. (Alle Fotos: Christoph Schütz)

Fast privat ist das Buch, «Bern mon amour». Es ist die Korrespondenz eines Liebenden, des Fotografen, mit seiner Geliebten, der Stadt Bern. Diese Liebe könnte gut und gerne auch schon etwas länger dauern. Was spielt Zeit in dieser fast schon ewigen Stadt für eine Rolle? Und erst recht in der Liebe, wenn sie blüht?

Die Stadt antwortet durch ihre Offenheit, die Sujets, die sie dem Fotografen zeigt, den kleinen Geheimnissen, die der Fotograf entdeckt oder die sie ihn entdecken lässt. Man weiss es nicht. Hier haben sich zwei gefunden, die einander gewiss sind. Der Titel des Buches ist in französischer Sprache gehalten, «Bern mon amour». Das hat einen Klang von süsser Sehnsucht, aber auch von Abstand und Ferne. Bern in einer Fremdsprache.

Zeit spielt keine Rolle, was zählt, ist, was schön ist.
Zeit spielt keine Rolle, was zählt, ist, was schön ist.

Aber es ist auch ein bisschen erotisch, so wie man auch diese Fotografie des Fotografen Christoph Schütz erotisch nennen könnte, vielleicht verführerisch. Sie ist sehr einfühlsam und vermeidet das ganz Typische und das allzu Bekannte. Nahaufnahmen, pikante Details wechseln ab mit weiten Ansichten. Die Tönung der Bilder ist definitiv zärtlich. Und ebenso die Textelemente von Beat Sterchi.

Froh in Bern zu sein

Es scheint, Fotograf und Autor sind sich einig, was Bern ist und in diesem Buch sein soll. Denn auch die Texte passen wunderbar zu den Bildern, heben Aspekte hervor, schildern klein und fein Begebenheiten, beschreiben Bern kenntnisreich als Ort von Lebensgenuss, Geschmack, und man wundert sich nicht, dass es einem so vorkommt, als ob auch die Engel am Münster in diesem Buch froh wären, hier in Bern zu sein und nicht anderswo sein zu müssen.

«Bern mon amour» stellt keine Fragen. Wozu auch? Das Buch ist für Menschen, die Bern lieben. «Für uns ist dieses wunderschöne Buch», schreibt Stadtpräsident Alec von Graffenried in einem kurzen Beitrag. Genau so ist es. Ein schönes Buch, sehenswert, das einlädt, die uns so bekannte und so oft fotografierte Stadt ein bisschen anders zu sehen. Gelungen. Bern gehört zwar allen, aber dieses Buch kann man gut an jemanden verschenken.

Hotspots und Highlights

Ein ganz anderes Bern begegnet uns im Buch «Bern» des Berner Stämpfli-Verlages. Spontan, frisch, sprühend und farbig präsentiert es ein Sammelsurium von Ansichten Berns, die Hotspots und Highlights, aber auch von ruhigeren Stellen, welche die Fotografin Margaretha Sommer auf Streifzügen gesammelt hat. Fotografie gerade heraus, ohne Schnickschnack. Frisch. Bern, wie man es kennt. Oder eben doch nicht? Witzig und clever: Die Legenden sind auch in chinesischer Schrift geschrieben.

«Bern mon amour»: Christoph Schütz (Fotos), Beat Sterchi (Texte), Artoverlag, 160 Seiten, Hardcover, 58 Fr. «Bern», Margaretha Sommer, Stämpfli-Verlag, 96 Seiten, Pappband, 34 Fr.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch