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Bill Gates hatte einfach nur Glück

Bringt einen Talent beruflich weiter? Habens intelligente Menschen einfacher? Nein, findet Kultautor Malcolm Gladwell – und erklärt im Buch «Outliers» das wahre Geheimnis des Erfolgs.

Warum sind Asiaten gut in Mathematik? Wie wurde Bill Gates der reichste Mann der Welt? Überhaupt: Weshalb sind einzelne Menschen erfolgreicher, als andere?

Diesem Fragenkomplex geht Malcolm Gladwell in seinem neusten Buch «Outliers» nach. Der blitzgescheite Autor, der bereits mit seinen Büchern «Tipping Point» und «Blink» Bestseller hingelegt hat, liefert damit keinen praktischen Ratgeber im Stil von «10 Schritte zum Erfolg». Vielmehr untersucht er die Lebensläufe erfolgreicher Personen, aus welchen er die Formel für Erfolg abzuleiten hofft.

Glück und Zufall

Zum Beispiel Bill Gates. Wie hat es der Microsoft-Gründer zum Milliardär geschafft? Gewiss, er ist intelligent und begabt. Doch er hätte Microsoft wohl nicht gegründet, wenn er als 20-Jähriger keinen Zugang zum Altair 8800, dem ersten Do-it-Yourself-Kit für Computer, gehabt hätte. Ausserdem, argumentiert Gladwell, besuchte Gates eine Schule, die als einzige in der Gegend einen Computer besass. Kurz: Wer Erfolg haben will, muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein.

Das klingt simpel (oder nach schierem Zufall) - doch laut Gladwell ist da mehr. Als Beispiel nennt er das kanadische Hockey-Team. Die grosse Mehrheit der Spieler wurde in den ersten sechs Monaten des Jahres geboren. Zufall? Nein: Weil früh im Jahr geborene Jungs sich in den Juniorenkadern gegen jüngere, körperlich schwächere Kameraden durchsetzten, wurden sie als Talente angesehen und stärker gefördert. Gladwells Folgerung: Würde man Junioren in Dreimonatskategorien trainieren, kämen die wahren Talente zum Vorschein.

Fleiss spielt eine Rolle

Sind erfolgreiche Menschen also bloss Nutzträger von versteckten kulturellen oder soziologischen Mechanismen? Malcolm Gladwells Buch ist voller Beispiele, die diese These unterstützen, süffig verfasst und inklusivem, garantiertem Aha-Effekt. So erfahren wir, dass asiatische Schulkinder bessere Mathematiknoten als europäische oder amerikanische Kinder erzielen, weil sie länger büffeln können. Diese Ausdauer haben sie gemäss Gladwell über Hunderte von Jahren von ihren Vorfahren übernommen, die sich während 3000 Stunden pro Jahr um den Reisanbau kümmerten. Westlichen Bauern kamen dagegen mit 1200 Arbeitsstunden über die Runden.

Doch Resignation ob einer bösen deterministischen Welt ist fehl am Platz. Im Laufe seiner Recherchen fand Gladwell nämlich auch heraus, dass es gegen 10'000 Stunden braucht, um in einer Disziplin, sei es Musik oder Handwerk, Erfolg zu haben. Das sind während zehn Jahren drei Stunden pro Tag – auf gehts!

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