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Blutend Herz in Eis und Hohn

Madame de Meuron: Als die Berner Patrizierin 1980 mit 98 Jahren starb, war sie längst ein schrulliges «Berner Original». Die Historikerin Karoline Arn trägt nun in ihrer Biografie Schicht um Schicht vom Mythos ab.

Eine Frau und ihr Wunsch, die Ketten zu sprengen: Elisabeth de Meuron mit modischem Turban der 1920er Jahre.
Eine Frau und ihr Wunsch, die Ketten zu sprengen: Elisabeth de Meuron mit modischem Turban der 1920er Jahre.
Viktor Hammer
«Jähzornig und unordentlich von Geburt an»: Elisabeth de Meuron mit Hund 1922 auf dem Gerzensee.
«Jähzornig und unordentlich von Geburt an»: Elisabeth de Meuron mit Hund 1922 auf dem Gerzensee.
Alfred de Meuron
«Es ist noch ganz anständig hier in der Verwilderung des Landes im Winter»: Einladung an Max Huggler nach Rümligen, 7.12.1942.
«Es ist noch ganz anständig hier in der Verwilderung des Landes im Winter»: Einladung an Max Huggler nach Rümligen, 7.12.1942.
Burgerbibliothek Bern
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So war sie seit den frühen 1940er-Jahren in den Gassen der Berner Altstadt unterwegs: knöchellange, pechschwarze Kleider und Mäntel, dunkle breitkrempige Hüte, ein Hörrohr in Griffweite, das Gesicht unter einer Schicht Puder maskenhaft wirkend, meistens begleitet von Windhunden: In einem Märchen hätte sie die Rolle der skurrilen Hexe eingenommen, vor der sich die Kinder fürchteten und zu der die Erwachsenen instinktiv auf Abstand gingen. Sie selber wusste um den Schutzwall, den sie um sich herum errichtet hatte und zu dem auch ihr Hauptwohnsitz gehörte, das über dem oberen Gürbetal gelegene Schloss Rümligen. Gewissenhaft müsse man sich verstellen im Leben, notierte sie einmal, «damit man in den Rahmen passt».

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