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China vor dem Kollaps?

Der aus China geflüchtete und jetzt in Berlin lebende Schriftsteller Liao Yiwu sieht sein Geburtsland am Ende.

«China befindet sich kurz vor dem Kollaps», sagte der 1958 geborene Autor der Berliner «B. Z.» (Dienstagausgabe). Prominente, erfolgreiche Chinesen hätten längst eine Greencard und Häuser im Ausland. «Auf lange Sicht wird China ausbluten», glaubt er.

Und weiter: «Ich verstehe, dass Länder aus wirtschaftlichen Interessen den Kontakt zu China suchen. Doch bei Deutschland, das die Nazi-Diktatur und den DDR-Kommunismus erlebte, sollte es anders sein. Da fehlt ein Gewissen der eigenen Geschichte gegenüber. Eigentlich müsste Bundeskanzlerin Merkel als Ostdeutsche es besser wissen.»

Liao Yiwu lebt seit drei Wochen in Berlin. Er kam über Vietnam nach Deutschland. Wegen eines Gedichts über das Tiananmen-Massaker war er 1990 ins Gefängnis gesteckt worden und erst nach vier Jahren wieder freigekommen. «Die Zellen hatten nur ein kleines Loch, keine Fenster», sagte Liao Yiwu. Gefangene hätten sich geprügelt, nur um einen Augenblick etwas Sonne auf der Wange zu spüren.

dapd/phz

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