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Die Feministin mit dem grauen Dutt

Die heute verstorbene Schriftstellerin Doris Lessing war prägend für die Emanzipation der Frau. Dennoch hatte die Britin nur böse Worte für «dumme Feministinnen» übrig.

Afrika prägte sie und ihr Werk entscheidend: Die britische Schriftstellerin Doris Lessing.
Afrika prägte sie und ihr Werk entscheidend: Die britische Schriftstellerin Doris Lessing.
Keystone
Sie sei in ihrer Londoner Wohnung friedlich eingeschlafen, sagte ihr Agent und langjähriger Freund Jonathan Clowes.
Sie sei in ihrer Londoner Wohnung friedlich eingeschlafen, sagte ihr Agent und langjähriger Freund Jonathan Clowes.
Keystone
Das Leben dort schilderte Lessing als karg und trostlos, die Kindheit als schwierig und unglücklich
Das Leben dort schilderte Lessing als karg und trostlos, die Kindheit als schwierig und unglücklich
AFP
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«Warum mögen sie mich jetzt mehr als in den Sechzigern?», fragte sich Doris Lessing öffentlich, als sie 2007 den ­Literaturnobelpreis erhielt; schliesslich hatte man sie seinerzeit wissen lassen, dass sie den schwedischen Ritterschlag nie, wirklich niemals erhalten würde. Aber die Welt ist – eben auch durch die Bücher von Doris Lessing – in einer Weise umgekrempelt worden, wie man es sich im Stockholm der Sechzigerjahre nicht hatte träumen lassen: Ritterinnen sind kein Phantasma und kein Feindbild mehr; und darum hat man sich dort vor sechs Jahren nach langen Diskussionen zur weithin unerwarteten, aber durchaus gerechtfertigten Würdigung dieser Feministin durchgerungen, die sich über jeden blindwütigen Feminismus stets ­ereifert hat.

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