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Die Kühne aus dem Norden

Sie ist schrill, engagiert, unerschrocken – und Skandinaviens neuer Shootingstar: Sofi Oksanen, halb Estin, halb Finnin. Ihr literarischer Wurf «Fegefeuer» wird derzeit in 28 Sprachen übersetzt. Eine Begegnung in Frankfurt.

Sie kommt eine Viertelstunde zu spät. Das ist schon mal erfreulich. Denn zum eigentlichen Interviewtermin am Vortag ist Sofi Oksanen gar nicht erschienen. Madame hat verschlafen. Erste Symptome von Starallüren? Oder hat die 33-Jährige bloss ein unverkrampftes Verhältnis zur Zeit? In Finnland ist Oksanen nicht nur Bestsellerautorin, sie ist ein gefragter Shootingstar. Ebenso unerschrocken wie selbstverständlich setzt sie sich dort gegen die häusliche Gewalt ein. Als Schriftstellerin gehört sie zu jenem engagierten Typus, wie er unter jüngeren deutschsprachigen Autoren kaum vorkommt: Die Tochter eines Finnen und einer Estin vertritt in ihren Büchern gesellschaftspolitische Anliegen. Im dritten, eben auf Deutsch erschienen Roman «Fegefeuer» arbeitet sie die grausame estnische Geschichte während der sowjetischen Besetzung 1940 und 1944 bis 1991 auf. Dass man sich nach der Helsinkierin auf der Strasse umdreht, hat jedoch andere Gründe.

Exzentrische Erscheinung

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