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Entlarvende Appetitanreger

In Menükarten spiegelt sich nicht nur der Wandel der Esskultur, sondern auch die Entwicklung in Technik und Gesellschaft. Dies dokumentiert der 400-seitige Prachtband «Menu Design in America».

Genuss rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr: Bimbo's 365 Club, San Francisco (Menükarte von 1963).
Genuss rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr: Bimbo's 365 Club, San Francisco (Menükarte von 1963).
Heimann

Die 1950er-Jahre waren in Amerika die Goldene Epoche der Menükartengestaltung. Ihr widmen Jim Heimann, Steven Heller und John Mariani ein Buch, das klug und gleichzeitig so verführerisch und spannend ist, dass man darob das Essen fast vergisst. Der dreisprachig abgefasste Band «Menu Design in America 1850–1985» ist ein Brocken. Er umfasst 400 Seiten und rund 800 Menükarten, zusammengetragen in einem Vierteljahrhundert. In der Gestaltung der Speisekarten spiegeln sich nicht nur die sich verändernden Essgewohnheiten. Sie sind auch ein Abbild einer sich wandelnden Gesellschaft und Kultur, in der sich die Frauen ihren Platz im öffentlichen Leben erkämpfen.

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