Gesponserte Namen und Wimmliger Kochideen

Kochen mit den Wimmlingern und andere Buchtipps für Kinder und Jugendliche.

hero image

Liebeserklärung

Babys haben Bücher zum Fressen gern. Daher müssen ihre Kartonbilderbücher stundenlange Speicheltests aushalten. Da dies vor allem das Baby unbeschadet überstehen sollte, setzt sich Öko­karton immer mehr durch, sieht oft aber farblich blass aus. Dass das nicht sein muss, zeigt ein neuer Verlag aus Bamberg mit seinem Babylabel «Natürlich Magellan», das «Farben auf Pflanzenölbasis, Klebstoffe ohne Lösungsmittel und Lacke auf Wasserbasis» verwendet. Wer will, kann Seite um Seite erblättern, wie mithilfe einfachster zeichnerischer Mittel eine Figur entsteht. Dazu kleine Reime, ein Name – und plötzlich ist Arthur da. Zauberhafter kann man Babys kaum darüber aufklären, dass sie gewachsen und willkommen sind.


Zusammen kochen

2003 kam das erste Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berner heraus – und kurz darauf alle anderen, welche die Kleinstadt Wimmlingen im Lauf der Jahreszeiten zeigen. Unterdessen sind die Wimmlinger für viele Kinder fast so etwas wie Freunde geworden. Daher ist die Idee, gemeinsam ein Kochbuch für Kinder zu machen, gut. Wie gut, wird jedoch erst klar, wenn man das schön gestaltete und klug gebaute Werk in Händen hält. Armin, Susanne, Ina, Petra u. v. m. sowie Koch Gustav führen in die Welt des Kochens ein. Das geht los mit grundlegenden Infos (Hände waschen!) und endet mit Bildanleitungen, wie man Zwiebeln schält. Berner und die Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm inszenieren Lebenslust pur.


Verkauft

Mika ist neun Jahre alt und hat einen kleinen Bruder namens Aaron. Nun ist die Mutter wieder schwanger; keine leichte Situation für die Familie. Doch die genauen Umstände sind anders, als man dies vielleicht erwartet: Mika erlauscht sie eines Abends, als ihre Eltern streiten. Klugerweise ist auf dem Cover dieses aussergewöhnlichen Kinderbuchs genau diese Szene abgebildet. Gibt doch der Titel eine eher irritierende Antwort: «Mein Bruder soll nicht Pepsi heissen». Beim Lesen erfährt man: weder Pepsi noch Milka. Und ist schon mittendrin in einem fantastischen Geschehen, wie es als Vorlesestoff selten zu finden ist. Erzählt wird von einer Gesellschaft, in der man den Namen eines Babys käuflich erwerben muss. Wer nicht genug Geld zur Verfügung hat, der muss eben einen gesponserten Namen nehmen. Das klingt zunächst recht lustig, doch der Witz dürfte jedem schnell im Halse stecken bleiben. Es ist spannend mitzuverfolgen, wie Mikas Familie versucht, selbstbestimmt zu bleiben. Autorin Alina Bronsky traut sich was und malt düstere Zukunftsaussichten, über die man einfach reden muss.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...