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Grass vergleicht israelische Regierung mit der Stasi

Günter Grass reagiert erstmals auf das gegen ihn verhängte Einreiseverbot in Israel. Der Schriftsteller wirft dabei mit deutlichen Worten um sich.

Sieht sich trotz allem mit Israel «unkündbar verbunden»: Günter Grass. (Archivbild)
Sieht sich trotz allem mit Israel «unkündbar verbunden»: Günter Grass. (Archivbild)
Keystone

Der Schriftsteller Günter Grass vergleicht das von Israel verhängte Einreiseverbot gegen ihn mit den Methoden der früheren DDR-Staatssicherheit. Ihm sei in der Vergangenheit zwei Mal die Einreise in ein Land verwehrt worden - in die DDR und nach Burma, schreibt der Literaturnobelpreisträger in einem Beitrag für die «Süddeutsche Zeitung».

«Jetzt ist es der Innenminister einer Demokratie, des Staates Israel, der mich mit einem Einreiseverbot bestraft und dessen Begründung für die von ihm verhängte Zwangsmassnahme - dem Tonfall nach - an das Verdikt des Ministers Mielke erinnert», schreibt Grass. Erich Mielke war der Chef der Stasi.

«Keiner Ermahnung zugänglich»

«Die DDR gibt es nicht mehr», schreibt der Literaturnobelpreisträger in dem kurzen Text mit dem Titel «Damals wie heute - meine Antwort auf jüngste Beschlüsse» weiter. «Aber als Atommacht von unkontrolliertem Ausmass begreift sich die israelische Regierung als eigenmächtig und ist bislang keiner Ermahnung zugänglich.»

Das Einreiseverbot werde ihn nicht daran hindern, die ihm «hilfreichen Erinnerungen» an mehrere Israel-Reisen wachzuhalten, heisst es in dem Text. «Immer noch sehe ich mich dem Land Israel unkündbar verbunden.»

Grass hatte in seinem Gedicht «Was gesagt werden muss» Israel vorgeworfen, den Weltfrieden zu gefährden, indem es Iran mit Atomwaffen bedrohe.

dapd/mrs

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