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Helden und andere luzide Wachträumer

Das verstaubte Image des Schweizerischen Jugendschriftwerks (SJW) ist Vergangenheit. Unter dem Titel «Der Räuber» liegen jetzt 19 Geschichten von Robert Walser in allen vier Landessprachen vor.

Illustration von Anna Sommer zu den «Räuber-Geschichten» von Robert Walser.
Illustration von Anna Sommer zu den «Räuber-Geschichten» von Robert Walser.
zvg

Als das Schweizerische Jugendschriftenwerk (SJW) als Bollwerk gegen die «Schund- und Schmutzliteratur» vorwiegend amerikanischer Provenienz 1931 gegründet wurde, war der Dichter Robert Walser (1878-1956) in der psychiatrischen Klinik Waldau in Bern, wo er seit zwei Jahren mit der vorschnell gestellten Diagnose «Schizophrenie» einsass, am Ende seiner dichterischen Laufbahn angelangt. Nach seiner Verlegung in die Heil- und Pflegeanstalt Herisau 1933 verstummte er endgültig. Seine Beförderung zum SJW-Schulautor in allen vier Landessprachen war lange Zeit etwa so wahrscheinlich wie die Wahl eines Anarchisten in den Bundesrat. Die puristischen Gründerväter wollten der Jugend bekanntlich moralisch Hochstehendes zu günstigen Preisen zugänglich machen und verloren dabei mitunter den Kontakt mit der Lebenswelt ihres Zielpublikums.

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