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«Ich bin 77 Jahre alt – das ist meine Antwort»

Die Solothurner Literaturtage beginnen: Mitgründer und Preisträger Peter Bichsel über die Glanzlosigkeit des Festivals, schlecht lesende Schauspieler und seine Zukunftspläne.

«Lesungen sind wunderbare Einrichtungen»: Peter Bichsel liest im Zürcher Schauspielhaus. (4. Februar 2007)
«Lesungen sind wunderbare Einrichtungen»: Peter Bichsel liest im Zürcher Schauspielhaus. (4. Februar 2007)
Keystone
Schätzt die Überschaubarkeit der Solothurner Literaturtage: Bichsel in Solothurn mit Thomas Hürlimann. (Aufnahme vom 15. Juli 1998)
Schätzt die Überschaubarkeit der Solothurner Literaturtage: Bichsel in Solothurn mit Thomas Hürlimann. (Aufnahme vom 15. Juli 1998)
Keystone
Für die Linke aktiv: Bichsel schrieb Reden für SP-Bundesrat Willi Ritschard. (An der Seite von Ritschards Sohn Rolf, Aufnahme vom 1. Oktober 1975)
Für die Linke aktiv: Bichsel schrieb Reden für SP-Bundesrat Willi Ritschard. (An der Seite von Ritschards Sohn Rolf, Aufnahme vom 1. Oktober 1975)
Keystone
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Herr Bichsel, Sie sind eben mit dem Grossen Schillerpreis prämiert worden an den Solothurner Literaturtagen. Sie waren 1978 bei der Gründung des Festivals aktiv dabei; damals lautete das Ziel, «Distanz, Befremden und Stummheit gegenüber dem Literaturbetrieb» abzubauen. Sind Sie diesem Ziel nähergekommen? (zögert) Ich war anfänglich sehr skeptisch. Ich bin immer noch skeptisch gegenüber diesen riesigen Literaturfestivals, diesen Events, die die Autoren eine Viertelstunde lesen lassen und die mittlerweile fast in jedem zweiten Kaff ausgerichtet werden. Ich fürchte, dass die alte, schöne Tradition des Vorlesens dadurch Schaden nehmen könnte. Denn Lesungen sind ja wunderbare Einrichtungen, ein Luxus im deutschen Sprachgebiet – selbst in der Romandie kennt man das nicht. Es gäbe hierzulande viel weniger Schriftsteller, gäbe es diese Lesungen nicht.

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