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Im Kopf des Opfers

Die Schriftstellerin Amélie Nothomb hat mit einem Text aus der Perspektive von Zeena al-Hilli, dem überlebenden Mädchen des Vierfachmordes von Annecy, eine Kontroverse ausgelöst. Was darf Literatur?

Fahrt zur Gerichtsmedizin: Französische Polizisten begleiten die Leichenwagen, in denen die Opfer des Vierfachmordes von Chevaline transportiert werden.
Fahrt zur Gerichtsmedizin: Französische Polizisten begleiten die Leichenwagen, in denen die Opfer des Vierfachmordes von Chevaline transportiert werden.
Reuters
«Reizende Leute»: Ein Polizist vor dem Haus im britischen Claygate, in dem Saad al-Hilli mit seiner Familie wohnte. (6. September 2012)
«Reizende Leute»: Ein Polizist vor dem Haus im britischen Claygate, in dem Saad al-Hilli mit seiner Familie wohnte. (6. September 2012)
Reuters
Am Montag kam die Familie an: Ermittler auf dem Campingplatz bei Annecy, auf dem Saad al-Hilli mit seiner Familie Ferien machen wollte.
Am Montag kam die Familie an: Ermittler auf dem Campingplatz bei Annecy, auf dem Saad al-Hilli mit seiner Familie Ferien machen wollte.
Reuters
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Manche Dinge entziehen sich der Erkenntnis, weil die Faktenlage zu unklar ist. Für Schriftsteller war dies immer schon eine spezielle Herausforderung. Und wir verdanken gewaltige, aber auch unheimliche Werke der Weltliteratur dem Wagnis von Autoren, sich in Köpfe von Mördern, Extremisten oder Menschen in Extremsituationen zu versetzen. Weil die Fiktion der Wahrheit manchmal näher kommt, als lückenhafte Ermittlungen. Truman Capote schrieb «Kaltblütig», Marguerite Duras schrieb «Sur l'affair Villemin», Gerd Koenen dachte sich in die Köpfe der RAF-Terroristinnen Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin hinein.

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