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Jean-Luc Benoziglio ist tot

Der Westschweizer Autor starb 72-jährig am vergangenen Donnerstag in Paris, wo er seit 1967 lebte.

Skeptischer Fatalist: Autor Jean-Luc Benoziglio.
Skeptischer Fatalist: Autor Jean-Luc Benoziglio.

In Monthey geboren, stammte Benoziglio väterlicherseits von sephardischen Juden ab, die 1492 aus Spanien vertrieben wurden. Er studierte in Lausanne Jura, ging dann ins Verlagswesen und begann zu schreiben. 15 Romane sind erschienen, darunter «Cabinet-Portrait», das den renommierten Prix Médicis erhielt, und «Le jour où naquit Kary Karinaky». Dort wird die Kuba-Krise mit einer Lehrerkonferenz kurzgeschlossen – auf dem einen Schauplatz geht es um den Weltfrieden, auf dem anderen um die Versetzung eines Schülers.

Solche perspektivischen Effekte liebte Benoziglio, der zu seinen Lieblingsautoren Laurence Sterne zählte. Die grosse Geschichte ist in seinen Romanen immer präsent, drängt sich aber nicht in den Vordergrund. Gern geht der Autor, der in der Deutschschweizer vom Verlag Die Brotsuppe vertreten wird, von einer Anekdote aus, die er mit Sprachwitz und schwarzem Humor weiterspinnt. Sein letzter Roman «Louis Capet, Suite et Fin» lässt den französischen König Louis XVI. der Guillotine entgehen und seinen Lebensabend im Waadtland verbringen. Die Geschichte, sagte Benoziglio, der skeptische Fatalist, habe das auch nicht verändert.

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