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Reindürfen und Rausmüssen

Der neue Roman von Dorothee Elmiger handelt von Flüchtlingen und Grenzen. Der 28-Jährigen gelingt die Verschmelzung von Politik und Poesie.

Mit ganz eigenem Ton: Die Appenzeller Schriftstellerin Dorothee Elmiger. (13. August 2010)
Mit ganz eigenem Ton: Die Appenzeller Schriftstellerin Dorothee Elmiger. (13. August 2010)
Keystone
Auf der grossen Literaturbühne: Elmiger liest am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. (24. Juni 2010)
Auf der grossen Literaturbühne: Elmiger liest am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. (24. Juni 2010)
Keystone
In einer Reihe mit den bekanntesten Schweizer Autoren: Dorothee Elmiger neben Urs Faes, Pedro Lenz und Melinda Nadj Abonji. (14. November 2010)
In einer Reihe mit den bekanntesten Schweizer Autoren: Dorothee Elmiger neben Urs Faes, Pedro Lenz und Melinda Nadj Abonji. (14. November 2010)
Keystone
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Man könnte es den Max-Frisch-Reflex nennen. Er greift sofort nach Abstimmungen wie jener vom 9. Februar. Schriftsteller werden von Journalisten und Politikern aufgefordert, sich in die Debatte einzumischen. Ein Zögern wird als Flucht oder gar als Feigheit ausgelegt. Dabei ist es doch nur zu verständlich, denn direkte politische Statements müssen jenen widerstreben, die sich als Männer des schönen Worts und als Frauen der Nuancen verstehen. Das ­Opfer, das von ihnen gefordert wird, ist gross – es ist die Poesie, der nirgends zuverlässiger der Garaus gemacht wird als in der politischen Arena. «Eine Verantwortung des Schriftstellers gegenüber der Gesellschaft war nicht vorgesehen», sagte Max Frisch selbst über die Zumutungen der politischen Öffentlichkeit, die «sich als Partner meldet, ob ich das will oder nicht».

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