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Sie schreibt Geschichten über türkische Prostituierte

Elif Shafak fühlt sich als Bisexuelle wie eine Aussenseiterin in ihrer Heimat. Das spiegelt sich in den Romanfiguren der türkischen Autorin.

«Heute ist die türkische Gesellschaft polarisiert, voller Zorn. Das erschüttert mich»: Elif Shafak. Foto: Getty Images

«Heute ist die türkische Gesellschaft polarisiert, voller Zorn. Das erschüttert mich»: Elif Shafak. Foto: Getty Images

Tugba Ayaz@tagesanzeiger

Elif Shafaks Kindheit prägte der Blick durch das Fenster bei ihrer Grossmutter in Ankara. Noch heute hat sie die Bilder der späten 1970er-Jahre im Kopf: draussen Protestszenen, gewalttätige Strassenkämpfe zwischen Linken und Rechten. Richtete sie den Blick nach drinnen, war die Welt eine andere, erfüllt von Mystik. Ihre Grossmutter goss Blei, um den bösen Blick abzuwehren, sie las im Kaffeesatz, heilte Menschen mit Hauterkrankungen. Warzen etwa umkreiste sie mit einem speziellen Stift, steckte Rosendornen in einen roten Apfel.

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