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Spitzweg-Idylle am Prenzlauer Berg

Der erste Roman des Lyrikers Uwe Kolbe erzählt eine Vater-Sohn-Geschichte vor dem Hintergrund der späten DDR.

Früh hat der Vater Hildebrand seinen Sohn Hadubrand verlassen. Hadubrand? In der Tat: Die beiden Protagonisten in Uwe Kolbes Roman heissen so wie die beiden Recken im «Hildebrandslied», dem ältesten Text der deutschen Literatur aus dem fernen Jahr 800. Da treffen die beiden an der Spitze zweier feindlicher Heere aufeinander und müssen aus Gründen der Ehre gegeneinander kämpfen. Am Ende tötet der Vater den Sohn.

Aus dem germanischen Dunkel hat Uwe Kolbe diese Konstellation ins Grau der DDR transponiert. Und er erzählt, wie er gleich zu Beginn kategorisch erklärt, seine eigene Geschichte: «Immerhin muss ich nichts erfinden.» Das klingt eindeutiger und klarer, als es in Wirklichkeit ist, was der Erzähler Kolbe (leicht kokett: «Ich bin kein Erzähler») natürlich weiss und den Leser auch spüren lässt.

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