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Die Poetin, die es morbid mag

Es geht um Moorleichen, das Entstehen und Vergehen: Die Bernerin Eva Maria Leuenberger hat mit «dekarnation» ein Juwel geschaffen. So morbid die Texte sind, so aufgeräumt ist die Dichterin.

Als Hobby rettet sie bereits aufgegebene Topfpflanzen: Dichterin Eva Maria Leuenberger.
Als Hobby rettet sie bereits aufgegebene Topfpflanzen: Dichterin Eva Maria Leuenberger.
Iris Andermatt

Es gibt keine Klingel, aber die Haustür ist nicht abgeschlossen. Das Treppenhaus ist dunkel, die Stufen abgenutzt, es riecht ältlich. Etwas anderes erwartet man auch nicht, wenn man von einer Dichterin empfangen wird.

Im dritten Stock wohnt Eva Maria Leuenberger. Und man imaginiert schon eine karge Dachkammer, wo die arme Poetin nächtelang durcharbeitet. Aber so ist es nicht. Kaum hat die 28-Jährige die Wohnungstür geöffnet, wird es grosszügig und hell. Die Wohnung ist sonnendurchflutet, gemütlich, überall stehen Pflanzen, denn das Hobby von Leuenberger und ihrer Partnerin ist es, bereits aufgegebene Topfpflanzen zu retten. Und dann lebt hier auch noch ein frecher Kater namens Moritz.

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