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Crumb versus Trump

Der Band «Amerika» von Robert Crumb ist auf Deutsch erschienen. Wie üblich wird darin in kurzen Storys munter ausgeteilt.

Donald Trump und die Frauen: Ein Crumb-Comic von 1989. Foto: Reprodukt-Verlag
Donald Trump und die Frauen: Ein Crumb-Comic von 1989. Foto: Reprodukt-Verlag

Er war einer der ersten Selbstentblösser in der Geschichte der Comics, und bis heute ist er vor allem dafür berühmt, ungehemmt von sich zu sprechen. Sarkastisch und selbstironisch setzt der 1943 in Philadelphia geborene Robert Crumb gerne seine Ängste und Neurosen, seine sexuellen Fantasien und Obsessionen in Szene. Von der Hippie-Ära und deren Aufbrüchen geprägt, hat er immer wieder auch aus subkultureller Perspektive zur politischen, sozialen und kulturellen Lage in den USA Stellung genommen.

Nachlesen lässt sich dies jetzt in einem prächtigen Band, der den lakonischen Titel «Amerika» trägt und jetzt als deutsche Ausgabe bei Reprodukt erschienen ist. In diesen, wie stets bei Crumb, kurzen Storys, die zwischen 1969 und 1993 entstanden sind, wird munter ausgeteilt.

In «Wenn die Nigger an die Macht kommen» und «Wenn die verfluchten Juden an die Macht kommen» karikiert der Zeichner in krasser Weise rassistische Stereotype und Vorurteile – und amerikanische Neonazis sollen dumm genug gewesen sein, ihn daraufhin als einen der ihren begriffen zu haben.

Es geht auch keineswegs allein gegen das Establishment: «Frosty der Schneemann und seine Freunde» verspottet beispielsweise die militant-revolutionäre Szene der Siebziger; und «Jumpin’ Jack Flash» ist ein bitterböser Kommentar zum mörderischen Sektenwahn der Charles Manson Family.

Sensationell aus heutiger Sicht ist ein Sechsseiter aus dem Jahr 1989. Unterstützt von zwei attraktiven Assistentinnen, zerrt Robert Crumb den damals als Immobilienspekulant berüchtigten Donald Trump vor ein privates Femegericht, ist dann dessen massloser Chuzpe aber völlig unterlegen: Schmeicheleien und Drohungen, dann die Einladung zu einem Dinner mit anschliessendem Jachtausflug mit «wohlhabenden jungen Männern, die alle noch zu haben sind», lassen die jungen Frauen schliesslich Arm in Arm mit «The Donald» abziehen.

Nur in einem zweiten, alternativen Handlungsverlauf landet der Grosskotz zur Strafe mit dem Kopf im Klo. Crumb und Trump, das reimt sich. Aber ein Sieg über den Mann mit den komischen Haaren?

Ein Comic-Traum – was sonst.

Robert Crumb: Amerika. Reprodukt-Verlag, Berlin 2019. 96 S., ca. 47 Fr.

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