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Die rohe Kraft von Kitsch

In unserer Serie «Lässige Sünden» beichten Tagesanzeiger.ch/Newsnet-Journalisten heimliche Vorlieben. Heute: Jerry-Cotton-Krimis.

Ich kaufte den Stapel Heftchenromane aus einer Laune heraus. Allerdings nicht aus einer freundlichen. Ich war 21 und finster. Und sehnte mich nach dem Trost aller finsteren Leute: auf etwas zu treffen, das ich noch mehr verachten konnte als mich selbst.

Ich drückte mich in eine Ecke des Bahnhofscafés und begann zu lesen: zwei Jerry-Cotton-Krimis und zwei Arztromane. Drei Stunden später wachte ich auf, bezaubert und verloren. Das hatte ich nicht erwartet. Denn was Bücher betraf, war ich ein harter Kerl. Andere hatten die Nächte ihrer Jugend mit Partys verbracht. Ich mit Klassikern wie Kafka, Joyce oder Mann.

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