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Eine Schweizerin folgt Hitler nach Paris

Lily Abegg war beim Westfeldzug der Nazis mit dabei. 1945 wurde sie von den Amerikanern als Kriegsverbrecherin verhaftet.

«Gross und energisch», sprach «Berlinerisch, obwohl sie Schweizerin war»: die Reporterin Lily Abegg, hier im Juni 1972 in Zürich. (Foto: Keystone)

«Gross und energisch», sprach «Berlinerisch, obwohl sie Schweizerin war»: die Reporterin Lily Abegg, hier im Juni 1972 in Zürich. (Foto: Keystone)

Andreas Tobler@tobler_andreas

Den Krieg um die chinesische Hauptstadt hatte sie miterlebt, auf den Schlachtfeldern von Frankreich war sie unterwegs gewesen: Angst gehörte seit Jahren zu ihrem Beruf als Journalistin. Aber nun war Lily Abegg doch «etwas nervös», meinte ein Mitarbeiter der Schweizer Botschaft, als er die 44-Jährige besuchte, die in Japan von den Amerikanern verhaftet worden war – als Kriegsverbrecherin. So zumindest war es auf der Titelseite der «New York Times» vom 12. September 1945 zu lesen: Unter den Personen, die nach der Kapitulation Japans als «War Criminals» festgenommen wurden, befanden sich Tojo Hideki, der 1941 als Premierminister den Angriff auf Pearl Harbour ausgelöst hatte, Josef A. Meisinger, Verbindungsoffizier zum japanischen Geheimdienst, dem schon bald als «Schlächter von Warschau» der Prozess gemacht wurde, und Lily Abegg. Als einzige Frau.

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