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Karl Lagerfeld ist tot

Seit 1983 leitete er das weltberühmte Modehaus Chanel. Nun ist der Designer Karl Lagerfeld gestorben.

Der deutsche Designer und Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist am 19. Februar 2019 gestorben. Er hat die Modewelt mit seinen Kreationen...
Der deutsche Designer und Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist am 19. Februar 2019 gestorben. Er hat die Modewelt mit seinen Kreationen...
Keystone
...oder die Chanel-Collection vom Oktober 2018, bei der er die Models über einen künstlichen Strand laufen liess.
...oder die Chanel-Collection vom Oktober 2018, bei der er die Models über einen künstlichen Strand laufen liess.
Keystone
Galaktisch: Den Grand Palais von Paris verwandelte Lagerfeld kurzerhand in den Weltraum.
Galaktisch: Den Grand Palais von Paris verwandelte Lagerfeld kurzerhand in den Weltraum.
Benoit Tessier, Reuters
Ausnahmefall: Lagerfeld blieb seinem Stil ein Leben lang treu. Umso überraschender war dieser Auftritt mit Bart im vergangenen November. Lagerfeld trat vor seinem Tod immer seltener an die Öffentlichkeit.
Ausnahmefall: Lagerfeld blieb seinem Stil ein Leben lang treu. Umso überraschender war dieser Auftritt mit Bart im vergangenen November. Lagerfeld trat vor seinem Tod immer seltener an die Öffentlichkeit.
Keystone
Sein Abschied: Ebenso wie mit seinem Bart überraschte Lagerfeld im Oktober 2018, als er zum ersten Mal seit 1967 keine Sonnenbrille in der Öffentlichkeit trug. Es war die letzte Fashion-Show, an der er anwesend war.
Sein Abschied: Ebenso wie mit seinem Bart überraschte Lagerfeld im Oktober 2018, als er zum ersten Mal seit 1967 keine Sonnenbrille in der Öffentlichkeit trug. Es war die letzte Fashion-Show, an der er anwesend war.
Stephane Cardinale, AFP
Lebenslange Verbundenheit: Caroline von Monaco war mit Karl Lagerfeld eng befreundet...
Lebenslange Verbundenheit: Caroline von Monaco war mit Karl Lagerfeld eng befreundet...
Keystone
...und war oft zu Gast an seinen Modeschauen. Wie hier im März 1985 an der Chanel-Präsentation in Monaco.
...und war oft zu Gast an seinen Modeschauen. Wie hier im März 1985 an der Chanel-Präsentation in Monaco.
Keystone
Lagerfelds Musen: Der Designer und das Top-Model Ines de la Fressange an der Chanel-Show 1989...
Lagerfelds Musen: Der Designer und das Top-Model Ines de la Fressange an der Chanel-Show 1989...
AP Photo/Pierre Gleizes, Keystone
...und 1995 mit den Top-Models der 90er Claudia Schiffer, Nadja Auermann und Helena Christensen (von links nach rechts). Im Hintergrund läuft Naomi Campbell. Es war Lagerfeld, der Claudia Schiffer zum Durchbruch verhalf. Die beiden waren stets freundschaftlich verbunden.
...und 1995 mit den Top-Models der 90er Claudia Schiffer, Nadja Auermann und Helena Christensen (von links nach rechts). Im Hintergrund läuft Naomi Campbell. Es war Lagerfeld, der Claudia Schiffer zum Durchbruch verhalf. Die beiden waren stets freundschaftlich verbunden.
Keystone
Zwei Grössen der Modeindustrie: Mit Giorgio Armani pflegte Karl Lagerfeld eine freundschaftliche Beziehung.
Zwei Grössen der Modeindustrie: Mit Giorgio Armani pflegte Karl Lagerfeld eine freundschaftliche Beziehung.
Jemal Countess, AFP
Er war für seine Disziplin bekannt: Auch im hohen Alter absolvierte der Modezar ein straffes Programm an Presseterminen.
Er war für seine Disziplin bekannt: Auch im hohen Alter absolvierte der Modezar ein straffes Programm an Presseterminen.
Filippo Mutan, AFP
Seine Legende lebt weiter: Mit seiner Sonnenbrille, dem schwarzen Anzug, dem Pferdeschwanz und seiner offenen Liebe für Katzen wurde Karl Lagerfeld Kult.
Seine Legende lebt weiter: Mit seiner Sonnenbrille, dem schwarzen Anzug, dem Pferdeschwanz und seiner offenen Liebe für Katzen wurde Karl Lagerfeld Kult.
Barbara SAX, AFP
Student Lagerfeld: Der jugendliche Hamburger Mode-Student Karl Lagerfeld 1954 mit einem Model beim Vorführen eines Cocktail-Mantels.
Student Lagerfeld: Der jugendliche Hamburger Mode-Student Karl Lagerfeld 1954 mit einem Model beim Vorführen eines Cocktail-Mantels.
Keystone
Die Anfänge: 1973 posierte Lagerfeld noch ohne Brille mit seinen Models.
Die Anfänge: 1973 posierte Lagerfeld noch ohne Brille mit seinen Models.
Willi Bertram/dpa via AP, Keystone
Er setzte früh auf seine Markenzeichen: Mit dem Topmodel Ines de la Fressange arbeitete Lagerfeld bereits bei seinem ersten Job in Paris beim Modehaus Chloe.
Er setzte früh auf seine Markenzeichen: Mit dem Topmodel Ines de la Fressange arbeitete Lagerfeld bereits bei seinem ersten Job in Paris beim Modehaus Chloe.
Pierre Vauthey, AFP
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Seit mehreren Wochen gab es Spekulationen über den Gesundheitszustand des legendären Designers. Im Januar war er erstmals der berühmten Chanel-Show bei der Pariser Fashionweek ferngeblieben.

Am Dienstag ist Karl Lagerfeld im Alter von 85 Jahren nun gestorben. Das teilte Chanel am Dienstag in Lagerfelds Geburtsstadt Hamburg mit.

Der deutsche Modeschöpfer soll am Montagabend in ein Pariser Spital gebracht worden sein. Dort ist er einen Tag später verstorben.

Video: Karl Lagerfeld ist 85-jährig verstorben

Er war 36 Jahre lang Chefdesigner des Modehauses Chanel. Video: Reuters, AFP

Lagerfeld begann seine Karriere in der französischen Modewelt in den 1950er-Jahren in Paris. Dort arbeitete er bei Balmain, Patou, Chloé und anderen Modefirmen. Ab 1965 war er als Damenmode-Designer bei Fendi in Rom unter Vertrag.

In der Welt der Mode galt der am 10. September in Hamburg geborene Karl Lagerfeld seit dem Tod von Yves Saint Laurent als Alleinherrscher. Als Geburtsjahr nannte er selbst einmal 1935, andere Quellen sprachen von 1938 oder auch 1933. Seit dem Jahr 1983 war «Karl, der Grosse», wie ihn die Modewelt nannte, für den Luxuskonzern Chanel tätig.

Outfits für Pop-Stars entworfen

Karl Lagerfeld hat königliche Körper in Traumkreationen gehüllt und Outfits für Pop-Stars wie Madonna und Kylie Minogue entworfen. Er hat mehr als ein halbes Jahrhundert die Mode mitbestimmt. Mitte der 50er Jahre begann er in Paris grosse Couture-Häuser wie Balmain, Patou, Chloé oder Fendi zum Erfolg zu führen. Er habe sich schon immer für Kleider interessiert, ohne zu wissen, dass man das Mode nenne, sagte Lagerfeld einmal in einem seiner zahlreichen Interviews.

Der deutsche Modeschöpfer rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Fransen neu auf, Haute-Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Treu blieb er dem klassischen Cocktailkleid und dem rosa Kostüm. Kollektionen unter seinem eigenen Namen entwarf er ab Mitte der 70er Jahre. Heute hinterlässt der Wahlpariser ein Modeimperium, dessen Wert auf mehrere Millionen Euro geschätzt wird.

Seine Mode war elegant, minimalistisch und innovativ. Unvergesslich sind das kleine Chanel-Jäckchen, die tiefe Rücken-Dekolletés, seine Wollmäntel mit Gürtelschliesse am Kragen. Lagerfeld hat klassische Formen erneuert und "Looks" geschaffen. Er schickte die schönsten Models über die Laufstege, darunter Claudia Schiffer und Inès de la Fressange.

Zuletzt müde gefühlt

Zuletzt fehlte er genau da, wo er jedes Mal frenetisch gefeiert wurde - auf dem Laufsteg zum Finale einer Chanel-Show. Die offizielle Begründung: Lagerfeld habe sich müde gefühlt. In Paris, wo er nach dem Tod von Modeschöpfer Yves Saint-Laurent der letzte noch verbliebene Modezar war, war die Sorge gross. Erst im November hatte er noch die berühmte Festtagsbeleuchtung auf der Pariser Prachtmeile Champs-Élysées eingeweiht.

Legendär waren Lagerfelds Aussprüche. Über seine Haut sagte er: «Ich gehe nicht mehr in die Sonne. Schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Ich will nicht aussehen wie eine alte Schildkröte.» Über seine Ausbildung sagte der Besitzer von 300'000 Büchern: «Ich habe ja im Grunde nie etwas gelernt. Ich habe nicht einmal Abitur gemacht und nix.» Vernichtend war das Urteil des Modezaren über Freizeitkleidung: «Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.»

Auch für H&M entworfen

Lagerfelds unermüdlicher Gestaltungswille beschränkte sich nicht nur auf die Haute-Couture. Für Aufsehen sorgte 2004 seine Ankündigung, kostengünstige Mode für den schwedischen Discount-Modefilialisten H&M zu entwerfen. Lagerfeld war der erste Design-Kooperationspartner. Ihm folgten unter anderen Lanvin und Versace.

Frankreichs Presse nannte den Sohn des Hamburger «Glücksklee»-Kondensmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeld wegen seiner rastlosen Kreativität auch «König der Masslosigkeit» oder «Karl den Grossen». Eine Anspielung an den gleichnamigen Herrscher, der bis 814 König des Frankenreichs war, das unter ihm zu seiner grössten Ausdehnung und Machtentfaltung fand.

Schwarze Sonnenbrille, weisser Mozartzopf, steifer Vatermörderkragen und Ringe an jedem Finger: So kannte Lagerfeld die ganze Welt. Seinen fast schon maskenhaften Stil hat er zu seinem Markenzeichen gemacht.

(SDA)

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