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Loriots gemopster Mops

«Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos», sagte Loriot bekanntlich. Nun wurde eine nachträglich zu seinem Denkmal hinzugefügte Hundefigur gestohlen – und Stuttgart sucht den Dieb.

Ohne Mops wollte er nicht leben: Loriot bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises (September 09).
Ohne Mops wollte er nicht leben: Loriot bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises (September 09).
Keystone

Das putzige Tierchen sass auf einer Loriot-Stele aus Auerkalk samt Familienwappen, die im November zum Gedenken an Vicco von Bülow vor dem Haus aufgestellt worden war, in dem die Familie von 1938 an wohnte. Aktivisten hatten den Mops nächtlicherweise angebracht. Nun ist er verschwunden.

Nachdem zunächst gerätselt wurde, wer den Hund auf die ursprünglich kahle Säule setzte, haben sich inzwischen die Betreiber des Blogs «Kessel.TV» per Video dazu bekannt, die Hundestatue in einer Nacht-und-Nebelaktion dort platziert zu haben. Ihnen fehlte bei der Stele einfach «der Gag, um dieser grossen Persönlichkeit gerecht zu werden», sagt Martin Elbert.

Doch jetzt ist der Steinmops weg, was offenbar sogar Oberbürgermeister Fritz Kuhn schlaflose Nächte bereitet. Via Facebook und Twitter schaltete sich der Politiker in die Suche ein.

«Ein Kriminalfall beschäftigt die Stuttgarter Stadtgesellschaft: Wurde der gemopste Mops gesichtet?», schreibt Kuhn auf Twitter. Und auch seine Mitarbeiter im Rathaus freuen sich über eine Abwechslung. «So ein auflockerndes Thema tut uns allen gut», sagte ein Stadtsprecher.

38,95 Euro Lösegeld

«Kessel.TV» beteuert, nicht zu wissen, wo der rund sechs Kilo schwere Mops hin ist. «Wir haben ihn definitiv nicht geklaut», sagt Elbert. Sie seien jedoch bereit, ein Lösegeld in Höhe von 38,95 Euro an die Entführer zu zahlen. Dass städtische Mitarbeiter den illegal installierten Hund entsorgt haben, scheint derweil ausgeschlossen. «Die Stadt ist unschuldig», betonte der Sprecher. Bisher gebe es keine Hinweise zum Aufenthaltsort.

Elbert vermutet, dass das Sturmtief Xaver den Mops von der Stele gepustet und die Einzelteile verweht hat. Zumindest zu Bruch gegangen sein müsse er beim Sturz von der drei Meter hohen Säule. Jedenfalls war die Steinfigur nicht sturmsicher montiert, «weil das wäre wiederum Sachbeschädigung».

Polizei will nicht ermitteln

Stuttgart sucht also weiter einen Mops aus Stein, 27 Zentimeter gross und sechs Kilo schwer. Die Polizei kennt den Fall, hat aber nur so lange ermittelt, bis feststand, dass die Figur nicht zum Denkmal gehört. «Das wäre ja dann ein besonders schwerer Fall von Diebstahl», sagte ein Sprecher. Es liege keine Anzeige vor. «Keine Beschädigten, keine Beschuldigten, keine Straftat - so ist das bei der Polizei.»

Vicco von Bülow wurde 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. In Stuttgart ging er zur Schule und war bereits in jungen Jahren als Komparse am Theater aktiv, ehe er seine Fernsehkarriere startete. «Er liebte Stuttgart, wir lieben ihn», betonte die Kultur-Beauftragte Susanne Eisenmann bei der Enthüllung des Denkmals.

(SDA)

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