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Merz' herzhafter Juchzer

Zum 100-jährigen Bestehen hat der eidgenössische Jodlerverband in Bern gefeiert. Und einen besonderen Gast eingeladen.

Für einmal ganz entspannt und an einem Anlass mit positiver Energie: Finanzminister Hans-Rudolf Merz.
Für einmal ganz entspannt und an einem Anlass mit positiver Energie: Finanzminister Hans-Rudolf Merz.
Keystone

Umgeben von Jodlern, Alphornbläsern und Fahnenschwingern würdigte Bundesrat Hans-Rudolf Merz den Einsatz des Jodlererbandes für Gesellschaft und Kultur in der Schweiz. Als der Bundesrat zum Rednerpult mitten in der PostFinance-Arena schritt, bildeten die rund 500 Mitwirkenden eine überdimensionale Schweizer Fahne. Dazu spannten sie um die kleine Hebebühne herum rote und weisse Regenschirme auf.

Ein Jodel sage mehr als tausend Worte, sagte der Bundesrat in seiner Rede. «Doch dieser Gesang entspringt nur vordergründig Kehlkopf und Stimmbändern. In Wahrheit entstammt er der Seele selbst.» So drücke sich im Jodel immer auch die Befindlichkeit der Singenden aus, sagte Merz.

Es gebe nicht nur den fröhlichen, sondern auch den trotzigen Juchzer. Wenn zum Beispiel den Appenzeller Bauern etwas Ungnägiges zustosse, dann antworteten sie bisweilen mit einem Jutz. «So jauchzen sie sich ihr Unbill gewissermassen von der Seele weg», sagte Merz.

Der Finanzminister spornte die Mitglieder des Verbands an, «weitere 100 Jahre jodlerische Präsenz zu markieren» und der Schweiz ihren «musikalischen Stempel aufzudrücken». Mit einem herzhaften Juchzer schloss Merz seine Rede.

«Swissness» kultivieren

Der Eidgenössische Jodlerverband (EJV) wurde vor exakt 100 Jahren, am 8. Mai 1910, in Bern gegründet. Von der kleinen Gründerschar hätte wohl niemand zu träumen gewagt, dass daraus eine schweizweit bedeutende und gesellschaftstragende Organisation entstehen würde, sagte Verbandspräsidentin Karin Niederberger in ihrem Referat.

Sie dankte den Generationen von Fahnenschwingern, Alphornbläsern und Jodlern. Diese hätten durch ihren unermüdlichen Einsatz die «Swissness» mitaufgebaut und kultiviert, die heute so hoch im Kurs stehe.

Der Festakt vom Samstagnachmittag wurde mit Jodelgesang, Alphornklängen und Blasmusik untermalt. Als Höhepunkt des Jubiläumstages stand die «Älplerchilbi» am Abend, ebenfalls im Berner Eisstadion, auf dem Programm. Es sei das erste Mal, dass die schweizerischen Brauchtumsverbände gemeinsam ein Fest durchführten, schrieb der Jodlerverband in seiner Mitteilung.

Neben den Jodlern, Alphornbläsern und Fahnenschwingern nahmen am Jubiläumsabend auch Hornusser, Schwinger, Ländlermusik-Formationen sowie diverse Trachtengruppen teil. Zu den musikalischen Gästen zählten etwa der Jodlerclub Wiesenberg, der kürzlich mit dem Schweizer Hit des Jahres ausgezeichnet wurde, und die mit dem Stadelstern prämierte Alphornbläserin Lisa Stoll.

Inszenierte Show

Der Jubiläumsanlass, bei dem die Musik ab Band kam, sei vielmehr eine gross inszenierte Show als ein gewöhnliches Konzert, sagte EJV- Sprecher Werner Grossniklaus auf Anfrage. Er reagierte damit auf die entsprechende Kritik der vergangenen Tage.

Es sei unmöglich, die vielen Mitwirkenden mit Mikrophonen auszurüsten, sagte Grossniklaus. Auch sei die Halle zu gross. Von der Akustik her sei die Eishalle einfach nicht mit einem Konzertsaal zu vergleichen. Die Künstler mussten deshalb an ihren Auftritten live über ihren Playback-Aufnahmen singen.

SDA

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