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Prämiertes Berner Design

Ab Freitag präsentiert die Bernische Stiftung für angewandte Kunst und Gestaltung im Kornhausforum erneut Werke der Gewinner ihrer Förderbeiträge. Wichtige Themen sind Interaktion und Netzwerke.

Am Donnerstagabend war es wieder so weit: In einem Festakt im Stadtsaal des Kornhauses wurden die begehrten Projektbeiträge der Bernischen Stiftung für angewandte Kunst und Gestaltung, insgesamt 45000 Franken, an Designer aus dem Kanton Bern übergeben. Bereits im November hatte die Jury sechs Projekte ausgewählt. Die Entwürfe der jungen Künstler sind bis zum 8.Februar in der begleitenden Ausstellung «Bestform 09» zu sehen. Ausgezeichnete VielfaltVon Mode über Schmuck bis hin zu Signaletik reichen die ausgewählten Ideen aus dem Kanton Bern. So nahm der mittlerweile in Zürich arbeitende Produktdesigner Moritz Schmid 10000 Franken für seine geplanten Entwürfe aus Gusseisen und Papier entgegen, die Jurypräsidentin Magdalena Gerber «zwischen Skulptur und Gebrauchsgegenstand angesiedelt» sieht. Über die gleiche Geldsumme konnten sich auch Marc Zaugg aus Bern und Beat Trummer aus Biel freuen. Sie haben sich dem Thema Signaletik verschrieben und sind dabei, eine Datenbank für interessierte Anwender zu entwickeln. Hinter Binnenland.ch stehen Mika Mischler und Nik Thönen. Ihre Idee einer internetbasierten Plattform rund um den Bereich Schriftgestaltung, in der Nutzer miteinander, aber auch mit Mischler und Thönen in Kontakt treten können, wurde mit 7500 Franken prämiert. Tokushuu heisst auf Japanisch Sonderausgabe. Und besonders sind auch die Schuhmodelle des Designtrios Zimi Kesselring, Rebecca Studer und Mariann Liechti. Schwungvolle Holzsohlen, kombiniert mit ungewöhnlichen Riemenmaterialien wie Schwimmflügeln oder Veloschläuchen, machen ihre Zoccoli zum Hingucker. Mit den verliehenen 7500 Franken wollen die Frauen sommerliche Fussbekleidung für den Mann entwerfen. «Wir haben ihnen den Preis auch für die Herausforderung verliehen, Fussmode für Männer zu kreieren, obwohl diese modemässig weniger wagemutig sind», so Gerber.«Lucy in the sky with diamonds» heisst der bekannte Beatles-Song. Die Schmuckserie von Doris Berner trägt jedoch den Zusatz «diamonds are gone», denn die Künstlerin schmilzt Stoff um Edelsteine herum. Für ihre filigranen Objekte, die den Hals schmücken, erhielt sie 5000 Franken. Die ideale Kleidung ist der Haut nachempfunden. Das ist das Credo von Denise Batumike, die auch eine Alternative zur unnötig Ressourcen verschlingenden Wegwerfmode schaffen möchte. «Ihr Ziel ist es, Kleidung zu entwickeln, die das ganze Jahr über getragen werden kann», erklärt Magdalena Gerber. Dieser spannende Ansatz, an Mode heranzugehen, war der Jury ebenfalls eine Auszeichnung mit 5000 Franken wert. Die 31-jährige Designerin wird das Geld investieren, um weiter an wärmeregulierenden Textilien zu arbeiten und intensive Materialforschung zu betreiben. Im Kornhausforum sind Skizzen von ihr zu sehen. Bereits realisierte ProjekteNeben Entwürfen stehen auch die mittlerweile umgesetzten Ideen der Preisträger von 2007 im Zentrum der Ausstellung. Zum Beispiel «widow», neu interpretierte Trauerkleidung des Designers Heinz Kohli. Oder die «verliebten Salzstreuer» von Christine Aschwanden. Sie zeigt, dass sich gutes Design neben funktionaler Ästhetik auch durch Humor auszeichnet. Natürlich sind die Ankäufe, die die Stiftung 2008 tätigte, ebenfalls einen Blick wert. Zum Beispiel ein von der Tokioter U-Bahn inspiriertes Keramikobjekt von Margareta Daepp oder die Plastik «ja, so wichtig sind unsere Bauern», mit der Goldschmied Stefan Pauli Schweizer Landwirten ein Denkmal fernab jeder Heimattümelei setzt. Typografie-GrandseigneurTeil der Ausstellung ist aber auch eine visuelle Hommage an Adrian Frutiger, der letzten Oktober mit dem Berner Design-Preis ausgezeichnet wurde. Der 1928 bei Interlaken geborene Grafikdesigner gehört zu den bedeutendsten Schriftgestaltern der Gegenwart. Bereits 1957 eroberte seine serifenlose Schrift Univers die Welt und prägte beispielsweise das Erscheinungsbild der Olympiade 1972 in München. Aber auch hier begegnet man seinen Kreationen auf Schritt und Tritt. So stammt das gesamte Corporate Design der Schweizer Post aus seiner Hand.

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